Discounter: Aldi Süd erhöht den Mindestlohn
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Aldi Süd erhöht den Mindestlohn

IMAGO / Norbert Neetz
Aktuell zahlt Aldi Süd einen Mindestlohn von 12,50 Euro.
Aktuell zahlt Aldi Süd einen Mindestlohn von 12,50 Euro.

Ab Juni hebt Aldi Süd den Mindestlohn auf 14 Euro an. Damit liegt der Betrag deutlich über der gesetzlichen Lohnuntergrenze und auch über dem Niveau der Konkurrenz. Außerdem bekommen die Auszubildenden mehr Geld.

Aldi Süd zahlt seinen Angestellten mehr. Von Juni an erhöht der Händler seinen Mindestlohn von derzeit 12,50 Euro auf 14 Euro. Somit liegt die Lohnuntergrenze bei dem Discounter weiterhin über der gesetzlichen Vorgabe. Nach dieser beträgt der Mindestlohn aktuell 9,82 Euro. Ab 1. Juli dieses Jahres wird dieser auf 10,45 Euro steigen, zum 1. Oktober dann auf 12 Euro. 
Kommentar

Von Arnulf Ramcke
Die Erhöhung des Mindestlohns bei Aldi Süd ist eine gute Nachricht für Mitarbeitende des Discounters, aber eine schlechte für Bäckereien und andere Branchen, die im Niedriglohnsektor unterwegs sind. Die Gastro-Branche stöhnt bereits seit Monaten über Personal, das sich aus Anlass von Kurzarbeit während der Corona-Pandemie einen Job an der Kasse im LEH und bei einem Discounter besorgt hat und nicht mehr zur Rückkehr zu bewegen ist. Zu angenehm sind feste Arbeitszeiten bei besserer Entlohnung. Und während sich das Verkaufspersonal in einer Bäckerei  mit Kundschaft und Produkten beschäftigen „muss“,  sind solche Kompetenzen beim Waren-Scannen und Kassieren nicht erforderlich.

Die Anhebung des Mindestlohns durch Aldi wird an der längst zum Zerreißen angespannten Personalsituation in zahlreichen Bäckereien weiter zerren. Orientieren sich weitere Mitarbeitende um, sinkt der bereits jetzt schon miese Verkaufsservice in vielen Filialen weiter und steht damit in eklatantem Widerspruch zu Preiserhöhungen, denen sich Bäckereien nicht entziehen können, wollen sie die Wirtschaftskrise überleben. Daraus ergibt sich die Wahrscheinlichkeit, dass künftig zahlreiche Kunden ihre Backwaren bei derselben Verkäuferin wie zuvor bezahlen  - da beide zum Discounter gewechselt sind.  


"Alles wird aktuell teurer, und das spüren natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Aldi Süd", begründet der Händler den Schritt. Man übernehme auf diese Weise Verantwortung für die Belegschaft und setze sich ein "für jene, die von der Teuerung stark betroffen sind." Bereits Ende vergangenen Jahres habe das Unternehmen beschlossen, auch die Entlohnung für Azubis anzupassen. Demnach steigen von August an die Gehälter für alle Auszubildenden um 100 Euro. Im ersten Jahr liegen sie dann bei 1100 Euro, im zweiten Jahr bei 1200 Euro und bei 1350 Euro im dritten Jahr.

Aldi Süd bewegt sich damit auf vergleichbarem Niveau wie Aldi Nord. Auch die Essener zahlen übertariflich. Ein Berufsanfänger im Verkauf erhält einen Mindest-Stundenlohn von 14,02 Euro, je nach regionalem Tarifvertrag auch mehr. Etwas weniger ist es bei Konkurrent Lidl. Die Lohnuntergrenze bei dem Neckarsulmer Discounter liegt derzeit bei 12,50 Euro. Der Fürther Discounter Norma hatte seinen internen Mindestlohn schon zu Jahresbeginn von 12,50 auf 13 Euro angehoben.



Dieser Text erschien zuerst auf www.lebensmittelzeitung.net.

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