BVE-Konjunkturreport : Ernährungsindustrie ve...
BVE-Konjunkturreport

Ernährungsindustrie verliert Absatz


IMAGO / Westend61
Kosten für Energie und Rohstoffe setzen die Branche weiterhin unter Druck.
Kosten für Energie und Rohstoffe setzen die Branche weiterhin unter Druck.

Der Umsatz ist aufgrund von Preiserhöhungen deutlich gestiegen, die Geschäftserwartungen der Unternehmen sind jedoch weiterhin pessimistisch.

Die deutsche Ernährungsindustrie bekommt die Krise weiterhin deutlich zu spüren. Im September hat die Branche ein Absatzminus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat hinnehmen müssen, heißt es im neuen Konjunkturreport der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Während der Absatz im Inland um 0,5 Prozent zugelegt hat, ist er im Ausland um 6,7 Prozent zurückgegangen. 

Umsatzplus von knapp 20 Prozent

Gleichzeitig ist der Umsatz im In- und Ausland kräftig gestiegen. Insgesamt erwirtschafteten die Unternehmen im September 19,6 Mrd. Euro, das ist ein Plus von 20,6 Prozent. Zurückzuführen ist das vor allem auf steigende Verkaufspreise, heißt es von der BVE. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex stieg im September im Vergleich zum Vorjahr leicht um plus 0,1 Prozent.

Rohstoff- und Energiekosten treiben Verbraucherpreise

Zu den größten Kostenfaktoren in der Lebensmittelproduktion gehörten die Agrarrohstoffkosten. Die jüngsten Steigerungen seien eine zusätzliche Belastung für die Unternehmen und sorgten für einen weiteren Anstieg der Verbraucherpreise. Dasselbe gelte für die Energiekosten. Der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel sank im Oktober um 1,5 Prozent im Vormonatsvergleich und liege mit plus 38,8 Prozent über dem Vorjahreswert und weiter auf hohem Niveau (auf Eurobasis). Der Teilindex der Energierohstoffe ging um 13,7 Prozent zurück und steht mit einem Plus von 103,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (jeweils auf Eurobasis) ebenfalls auf hohem Niveau.

Einschätzung der Geschäftslage immer pessimistischer

Das Geschäftsklima in der Branche hat sich nur leicht gebessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex weist für die Ernährungsindustrie im November einen Saldo von minus 25,4 Punkten aus. Im Oktober waren es minus 27,1 Punkte. Die aktuelle Geschäftslage beurteilten dabei noch mehr Unternehmen als schlecht als im Vormonat. Auch der Blick in die Zukunft ist weiterhin pessimistisch. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate stehen bei minus 46,7 Punkten. Lediglich 3,9 Prozent der Betriebe gehen von einer Verbesserung aus, 46,7 dagegen von einer Verschlechterung.

Auch die Kosumlaune ist weiterhin im Keller

Die Konsumlaune der Deutschen ist derweil weiter im Keller. Der GfK-Konsumklimaindex lag im November bei minus 41,9 Punkten und stieg damit lediglich um 0,9 Punkte im Vormonatsvergleich. Wegen der anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit bewege sich die Verbraucherstimmung immer noch nahe am Rekordtief vom September, so die BVE.
stats