Ernährungs- & Warenkunde

Kaffee hat Ballaststoffe

Je nach Zubereitung sind Mehrfachzucker darin gelöst


Madrid (ke). Kaffeebohnen enthalten eine ganze Reihe unverdaulicher Substanzen wie Zellulose und verschiedene lösliche Zuckerarten. Bislang war man allerdings davon ausgegangen, dass diese Ballaststoffe beim Kaffeekochen nicht in das heiße Wasser übergehen, sondern im Pulverrest verbleiben. Die meisten aktuellen Nährstofftabellen geben deshalb an, dass Kaffee überhaupt keine Ballaststoffe, weder lösliche noch unlösliche, enthält.

Nun haben spanische Forscher herausgefunden, dass Kaffee sogar unerwartet hohe Ballaststoffmengen enthält. Hauptbestandteil der unverdaulichen Kohlenhydrate im Kaffee ist ein Mehrfachzucker, wie er auch im Johannisbrotkernmehl vorkommt. Je nach Zubereitungsart können in einer Tasse Kaffee bis zu 1,5 g der unverdaulichen Kohlenhydrate gelöst sein. Im Vergleich: 125 g Apfel oder Erdbeeren liefern 2,5 g Ballaststoffe. Kaffee enthält mehr davon, als dieselbe Menge Orangensaft oder Wein.

Die Wissenschaftler des Nationalen Forschungsrats CSIC (Madrid) untersuchten Filterkaffee, Espresso und Instant-Kaffee nach festgelegten Zubereitungsparametern. 100 ml löslicher Kaffee enthalten demnach 0,75 g Ballaststoffe, die gleiche Menge Espresso kommt auf 0,65 g, und Filterkaffee beinhaltet immerhin noch 0,47 g sogenannte unverdauliche Bestandteile.


Artikel vom 27.04.2007
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