Steuer & Recht
Der nächste Winter kommt bestimmt
Neuregelung der StVO: Was bezüglich des Einsatzes von Winterreifen zu beachten ist
Bonn (p). „Viel zu teuer“, „Lohnt sich nicht für die paar Tage“ oder „Bei uns schneit es sowieso nicht.“ – dies sind die gängigen Vorurteile, die im Herbst häufig gegen einen Wechsel auf Winterreifen sprechen. Dabei spricht die Unfallstatistik eine klare Sprache: mehr als 1.300 Unfälle mit Personenschäden sind jedes Jahr allein auf Mängel an der Bereifung zurückzuführen.
Um „Winterreifen-Muffel“ zum Umsteigen auf die richtigen Räder zu bewegen, trat im Mai 2006 eine Neuregelung in der Straßenverkehrsordnung in Kraft: „Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung den Wetterverhältnissen anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwischanlage.“ Auf den Punkt gebracht bedeutet dies: Winterreifen im Winter und Sommerreifen im Sommer. Denn Verschleiß, Bodenhaftung und Bremsverhalten sind bei diesen Reifentypen optimal auf die kalte oder heiße Jahreszeit eingestellt und erhöhen so die Sicherheit beim Fahren.
Um dieser gesetzlichen Forderung auch entsprechenden Nachdruck zu verleihen, gilt ab sofort: Wer künftig bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit einer Strafe von mindestens 20 Euro rechnen. Diese kann sogar auf 40 Euro angehoben werden, sollte das Auto den aktiven Verkehr behindern. Im Falle eines selbst verursachten Unfalls drohen zudem eine Mitverschuldensquote von 20 Prozent und ein Strafpunkt im Verkehrszentralregister in Flensburg. Rund die Hälfte aller Autofahrer nahm sich daher die Neuregelung bereits im vergangenen Winter zu Herzen und wechselte die Reifen entsprechend der Jahreszeit – immerhin 3,3 Prozent mehr als in der vergangenen Saison.
Doch worin genau liegen nun die Vorteile der Winterreifen und wann ist der passende Zeitpunkt zum Wechseln gekommen? Die Initiative „Pro Winterreifen“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates empfiehlt, jeweils im Oktober und April umzusteigen. Der exakte Zeitpunkt ist natürlich regional unterschiedlich, da die Wetterverhältnisse entscheidend sind. Als Faustregel gilt: Spätestens wenn die Temperaturen auch tagsüber durchschnittlich unter sieben Grad Celsius liegen, ist es höchste Zeit für die Winterreifen. Die Griffigkeit und Elastizität der Sommerreifen lassen bei sinkenden Temperaturen spürbar nach und entsprechend geringer ist auch ihre Bodenhaftung.
Doch nicht nur auf kalten und trockenen Straßen sind die weichen Kautschuk-Mischungen der Winterreifen mit ihrer speziellen Profilgestaltung gefragt. Vor allem auf Schnee und Eis kommen ihre guten Fahreigenschaften zur Geltung und bieten wesentlich mehr Sicherheit. Dabei sollte die Profiltiefe nicht weniger als vier Millimeter betragen, um auch im Schnee einen optimalen Halt zu bieten. Wer in die Berge fährt, sollte natürlich trotz der Winterreifen auch Schneeketten griffbereit halten. Denn gerade bei starken Steigungen mit vereister Fahrbahn oder festgefahrenem Schnee stoßen auch die Winterreifen schnell an ihre Grenzen.
Weitere Informationen:
Marion Pieper-Nagel
Telefon (0228) 4 00 01-57
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