Ernährungs- & Warenkunde

„Ernährung“ als eigenes Schulfach?

Schüler benötigen mehr Wissen rund um eine gesunde Verpflegung


Berlin (ke). Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat die ersten bundesweiten Qualitätsstandards für die Schulverpflegung veröffentlicht und damit nach eigenen Angaben einen Meilenstein zur Qualitätssicherung in der Schulverpflegung gesetzt. Eine optimale Schulverpflegung kann die Konzentrations- und Lernfähigkeit sowie die schulischen Leistungen der Kinder und Jugendlichen fördern. Deshalb stehe jede Ganztagsschule in der Pflicht, eine Mittagsmahlzeit anzubieten. Die neuen Standards sollen allen an der Schulverpflegung Beteiligten bei der praktischen Umsetzung helfen. Empfohlen wird, dass Trinkwasser zu jeder Mittagsmahlzeit frei verfügbar sein soll. Außerdem können Mineral- und Tafelwasser, Fruchtsaftschorlen und ungesüßte Kräuter- und Früchtetees angeboten werden.

Pommes frites und Kroketten sollen nur noch höchstens einmal pro Woche auf dem Essensplan stehen. Die Hälfte des Brotes soll als Vollkorn angeboten werden, auch Reis und Nudeln sollen bevorzugt aus Vollkorn bestehen. Kartoffeln soll es vier Mal in zwei Wochen geben, Vollkornreis und Vollkornnudeln je zwei Mal. Frisches Stückobst soll immer frei verfügbar sein. Rohes Gemüse wie Möhren, Gurken, Paprika wird täglich empfohlen – geschnitten oder als Salat, gegartes Gemüse mindestens an drei Tagen pro Woche. Fleischsorten sollen abgewechselt werden und möglichst mager sein. Wurst wird nur einmal pro Woche empfohlen. Innerhalb von zwei Wochen soll drei bis vier Mal Fleisch angeboten werden.

Auch das Bundesverbraucherministerium will das Wissen von Schüler über Lebensmittel und Ernährung fördern und startet eine Initiative für ein Schulfach „Ernährung“.

Nach Angaben von Staatssekretär Gerd Müller sei man von Seiten des Bundes der Meinung, dass hier ein eigenes Fach notwendig ist, das den Bereich Kochen, Ernährung und Lebensführung in den Schulalltag einbaut. Die Entscheidung darüber liegt allerdings bei den Ländern. In keinem Bundesland gibt es nach Angaben der Kultusministerkonferenz (KMK) ein eigenes Schulfach nur für Ernährung. In allen Schulformen bundesweit sei Ernährung vor allem in das Fach Biologie integriert, hieß es aus der KMK. In der Oberstufe sei Ernährung an allgemein bildenden Gymnasien ebenfalls im Fach Biologie ein Thema, an beruflichen Gymnasien sei Ernährung als Abiturprüfungsfach möglich.


Artikel vom 25.10.2007
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