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Zur Brezn gibt‘s kostenlos ein Lächeln

Bei der Bäckerei Graf sind gute Laune und die Kommunikation mit den Kunden wichtig (von links): Ehefrau Silvia Graf, Inhaber Markus Graf und Fachverkäuferin Martina Zimmermann. (Quelle: Euler)+
Bei der Bäckerei Graf sind gute Laune und die Kommunikation mit den Kunden wichtig (von links): Ehefrau Silvia Graf, Inhaber Markus Graf und Fachverkäuferin Martina Zimmermann. (Quelle: Euler)

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Die Bäckerei Graf im oberbayerischen Moorenweis setzt auf Tradition, Qualität und Kundenfreundlichkeit

Von Barbara Euler

Bayern Moorenweis Es wird viel gelacht. Auf beiden Seiten der Theke. Kunden gehen in die Bäckerei Graf, weil Zeit für ein freundliches Wort ist. Und wegen der Brezn natürlich. 4500 Stück pro Woche verkauft Inhaber Markus Graf in der 4000-Seelen-Gemeinde bei Fürstenfeldbruck. „Da bin ich schon sehr stolz“, sagt der Bäckermeister.

Die Brezn der Bäckerei Graf schmecken nicht zufällig so gut. Senior-Chef Anton Graf, der Vater von Markus Graf, zeigt die zwei großen Schamotteplatten im Backofen, auf denen die Brezn gebacken werden. Rund 350 Euro kostet jede.

Schamottplatten

machen Brezn röscher

Anderen ist das zu teuer. Aber es lohnt sich. „Man muss sich das vorstellen wie Pizza, die auf Stein gebacken wird. Die Brezn werden dadurch röscher“, erklärt Ehefrau Silvia Graf, die sich in der Bäckerei ums Büro kümmert.

„Es sind schwäbische Brezn“, sagt Anton Graf. Das Rezept stammt noch von seinem Vater, der 1937 die Bäckerei gegründet hat. Und auch die lange Teigruhe trägt zur Qualität bei. Der Hefeduft, der die ganze Backstube durchweht, zeugt davon.

Die Breznteiglinge werden eingefroren – immer für den nächsten Tag. Das macht sie nicht nur unempfindlicher im Umgang, sondern wirkt sich auch positiv auf den Geschmack aus. Aber die Kunden kommen auch wegen anderer Spezialitäten. So gibt es Vollkornbrot mit PurPurWeizen, einer traditionellen Weizensorte mit besonders würzigem Geschmack.

Kuchen stammen aus

eigener Produktion

Seit den Anfängen der Solidargemeinschaft Brucker Land wird bei der Bäckerei Graf auch Brucker-Land-Mehl verwendet. Das Brucker-Land-Brot und das Brucker-Land-Sonnenblumenbrot werden damit gebacken.

Neben Broten, Semmeln und Brezn produziert die Bäckerei feines Plundergebäck. Eine eigene Konditoreiabteilung gibt es nicht, die Pralinen und Schokohasen kauft Graf zu.

Aus der eigenen Produktion jedoch stammt die Auswahl an Kuchen, wie zum Beispiel Erdbeerkuchen, Käsekuchen und Biskuitrollen.

In der Backstube stehen nur Markus Graf und sein Vater, die ein bewährtes Team bilden. Um 1Uhr beginnt die Arbeit. Der Laden öffnet um 5.30 Uhr. Dann strömen die Pendler herein.

Bäcker – im Landkreis

eine aussterbende Spezies

Es gebe im Landkreis Fürstenfeldbruck noch 15Bäcker, die selber backen, erfuhr Markus Graf auf einer Innungsversammlung. „Die Konkurrenz von Tankstellen und anderen ist groß“, sagt Silvia Graf. „Aber wir sind zufrieden.“ Qualität werde honoriert.

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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

  • Ruth Goldstein, Frankfurt am Main 10.01.2018 um 12:12

    Betreff: Brezen gut, aber ... Ich kenne die Bäckerei, weil ich in dem Ort öfters zu Besuch bin. Die Brezen sind wohl gut aber die restlichen Weißmehl-Produkte unterscheiden sich kaum von Ihles Massenware. Leider wirkt der Laden sehr schmuddelig und altbacken auf mich. Hier wurde wohl in den letzten 50 Jahren kein Cent bzw. Pfennig investiert!!!
    Zwei einsame, vergilbte Marmaladengläser im Regal ... das geht doch auch besser, z.B. mit regionalem Honig vom örtlichen Imker oder so. Da wundere ich mich nicht mehr über das Bäckersterben.