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„Wir geben Backwaren eine zweite Chance“

Gut gelaunt in der Filiale mit Vortagsbackwaren: Volker (links) und Florian Lutz mit Verkaufsteam. (Quelle: Wolf)+
Gut gelaunt in der Filiale mit Vortagsbackwaren: Volker (links) und Florian Lutz mit Verkaufsteam. (Quelle: Wolf)

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Die Bäckerei Lutz eröffnet mit „ReBäck“ eine Filiale, in der Ware vom Vortag zum halben Preis verkauft wird

Von Reinald Wolf

Baden & Württemberg Ludwigsburg Fünf Weizenbrötchen für 1 Euro, Laugengebäck zu 1,50 Euro für fünf Exemplare, 1,35 Euro für Weizenbrote (500 g), ein Schokocroissant für 70 Cent – nein, wir befinden uns nicht beim Backdiscounter.

Ort der Handlung ist „ReBäck“, eine Vortags-Filiale der Bäckerei Lutz in . Seit etwa zwei Wochen ist die namhafte Bäckerei mit diesem Konzept an einem der insgesamt elf Standorte des Unternehmens am Start – mit Backwaren vom Vortag und zum halben Preis.

Brot vom Vortag stößt

auf großes Interesse

Der wohl erste Vortagsladen des Bäckerhandwerks im Großraum Stuttgart „ist sehr gut angelaufen“, wie Juniorchef auf einer betonte.

Was zeigt, dass das Thema auf großes Interesse stößt. Schließlich geht es dabei um die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, um Nachhaltigkeit – und um die Reduzierung der Retouren.

Retouren bei Brot gehen

praktisch gegen Null

„Unsere Retourenquote ist entschieden zu hoch. Das war mit ausschlaggebend dafür, dass wir Backwaren eine zweite Chance geben“, erklärt Florian Lutz. Klar habe er bisher auch Restbrot zu Weckmehl, in Knödeln und in der Backwarenproduktion verarbeitet, außerdem unter anderem an die Tafel und die Diakonie geliefert.

Die werde weiterhin versorgt, betont Lutz, der sich zur Retourenquote nicht genauer äußern wollte. Nur eines: „Seit wir ReBäck betreiben, hat sich die Retourenquote bei Brot auf praktisch Null gesenkt.“

Zum Einsatz kommen in dieser speziellen Lutz-Filiale Produkte aus dem gesamten Sortiment. Je nachdem, was am Vortag nicht über die Theken gegangen ist. „Außer Backwaren mit Sahne und Snacks. Das ist hygienisch zu heikel“, sagt Lutz, zusammen mit seinem Vater Volker Geschäftsführer.

Ausnahmen sind außerdem das Dinkelvollkornbrot und ein Roggenbrot, „die unproblematisch auch zwei Tage nach der Herstellung angeboten werden können“. Die übrigen Produkte sind nicht älter als einen Tag.

Bezüglich der Frequenz in exponierter Lage und am Eingang einer Passage deutet Lutz an, dass sie zwischenzeitlich mehrere 100 Kunden im ReBäck zählen – Tendenz steigend.

Synergie – statt

Kannibalisierungseffekt

Erfreulich sei vor allem auch, dass eine unmittelbar in der Nähe etablierte Filiale keinen Umsatzeinbruch durch die „Konkurrenz“ aus dem eigene Haus hinnehmen muss. „Im Gegenteil, wir meinen sogar, Synergieeffekte ausmachen zu können“, begegnet Florian Lutz Bedenken in Sachen Kannibalisierungseffekt.

Das ReBäck hat eine Ladenfläche von 90 Quadratmetern, ist in der Woche von 8 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 16 Uhr geöffnet und wird in der Regel von drei Verkaufskräften betreut.

Der Zuspruch gibt‘s offenbar her. Was einer der Gründe dafür sein dürfte, dass Florian Lutz im Sinne der Branche hofft, „dass sich im Großraum Stuttgart viele Nachahmer finden“.

Der Standort von Gaumentanz befindet sich ganz in der Nähe einer Verbindungsstraße, auf der täglich rund 15.000 Autos verkehren. Der Parkplatz mit 50 Stellplätzen ist oft komplett belegt.
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