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Und täglich hupt das Vesperwägele

Kathrin und Raphael Springmann vor ihrem Vesperwägele. (Quelle: Fuhrer)+
Kathrin und Raphael Springmann vor ihrem Vesperwägele. (Quelle: Fuhrer)

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Die Bäckerei Springmann setzt auf eine mobile Filiale und minimiert so das unternehmerische Risiko

Von Stephan Fuhrer

Baden & Württemberg Schenkenzell Es muss ja nicht immer das klassische Salamibrötchen sein. Gelegentlich packen Kathrin und Raphael Springmann auch mal Elchbraten in ihr Natursauerteigbrot. Ein paar Salatblätter dazu, Zwiebelrelish, Wildpreiselbeer-Chutney und Honig-Senf-Soße – fertig ist das schwedische Sandwich für 7,50 Euro.

Neben Apfel-Marzipan- oder Vanille-Bullars sorgt die hierzulande eher ungewöhnliche Komposition in der Auslage des Vesperwägeles für Neugierde. Auf den Streetfood-Märkten, die das Bäckerpaar gelegentlich besucht, ist das auch erforderlich. Die Konkurrenz unter den Foodtrucks ist groß – und kreativ.

Die Liebe zu

Schweden ist geblieben

Seine Neigung für schwedische Rezepte hat das Paar von einem zweijährigen Aufenthalt in Stockholm. In der skandinavischen Hauptstadt hatten die beiden geholfen, eine deutsche Bäckerei mitaufzubauen. Als der Laden lief, ging es 2009 zurück in Raphael Springmanns elterlichen Betrieb. Seither führen sie zusammen mit Vater Martin und Mutter Gabriele das Geschäft im beschaulichen Schwarzwaldörtchen Schenkenzell. Die Liebe zu Schweden ist geblieben.

Im Bäckeralltag geht es bei der Familie aber deutsch zu. Insgesamt zehn Mitarbeiter, davon vier in der Backstube, arbeiten in der Bäckerei Springmann, in die gleich neben dem Verkaufstresen noch ein kleines Lebensmittelgeschäft integriert ist.

Der Verkaufswagen

ist wie eine Filiale

Filialen haben die Springmanns keine. Sie seien ein sehr kleiner Handwerksbetrieb, die Investitionskosten wären riskant, sagt der Juniorchef. Stattdessen hatte der 31-Jährige die Idee zu einem mobilen , dem „Vesperwägele“.

Die Eltern freundeten sich schnell mit der Idee an. Das Paar legte im vergangenen Jahr los, suchte sich zunächst einen passenden Wagen und anschließend Unternehmen in der Gegend, die sie im Laufe des Vormittags mit Frühstück und Snacks beliefern können. Das Angebot stieß auf reges Interesse. Mittlerweile klappert Kathrin Springmann Tag für Tag rund 50Firmen ab.

Die Tour startet um 5 Uhr morgens, wenn die ersten Betriebe Schichtwechsel haben. Der Zeitplan ist eng getaktet. „Die Uhrzeiten einzuhalten ist sehr wichtig, weil die Unternehmen sich auf uns einstellen“, erzählt die gelernte Konditorin.

Das Angebot im Vesperwägele ist vielfältig. Neben belegten Brötchen gibt es Salate, Wiener Würstchen oder Müslibecher. Auch Brot und Gebäck hat Kathrin Springmann dabei.

Die Idee mit der mobilen Filiale funktioniert. Mittlerweile machen die Springmanns mit dem Fahrzeug genauso viel Umsatz wie am Verkaufstresen in der Bäckerei.

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