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Tarifverhandlungen in Schleswig-Holstein abgeschlossen

Stellen sich fürs Foto auf: Obermeister Martin Martensen (Mitte) und Vorstandskollegen der Innung Nord. Foto. Hoenig+
Stellen sich fürs Foto auf: Obermeister Martin Martensen (Mitte) und Vorstandskollegen der Innung Nord. Foto. Hoenig

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Mitgliederversammlung der Innung Nord: Obermeister fordert von Bäckern mehr Engagement / Zahlreiche Aktionen stehen im Terminkalender

Schleswig-Holstein Neuigkeiten aus dem Verband, die Öffentlichkeitsarbeit und die Entwicklung von Mitglieder- und Azubi-Zahlen stehen auf der Agenda der . Der 18-köpfige Vorstand und die Delegierten aus den 174 Betrieben sind zur Mitgliederversammlung in Molfsee bei Kiel zusammengekommen.

Eine nach eigener Einschätzung gute Neuigkeit vermeldet Obermeister Martin Martensen: Nach vier Verhandlungsrunden in den vergangenen acht Monaten sind die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft NGG erfolgreich abgeschlossen worden.

Die Gewerkschaft hat eine 6-prozentige Erhöhung gefordert. Geeinigt hat man sich auf 2,4 Prozent ab Juni 2013 und 1,6 Prozent ab dem Juni 2014. Der Stundenlohn für Schüler und Studenten soll bei 7 Euro liegen. Die Ausbildungsvergütungen betragen ab September 2013 für das erste Lehrjahr 430 Euro, für das zweite 550 Euro und für das dritte Lehrjahr 670 Euro.

Weniger positiv ist die Entwicklung der Mitgliederzahl. Wie im gesamten deutschen Bäckerhandwerk verzeichnet auch die Innung Nord einen stetigen Rückgang ihrer Mitglieder. Waren es im Jahr 2009 noch 202 Betriebe, sind es dieses Jahr noch 174.

„Es ist zu fürchten, dass wir weitere Betriebe verlieren werden“, prophezeit Obermeister Martin Martensen. Sich intensiv mit der Betriebsführung zu beschäftigen und Kosten zu sparen, beispielsweise beim Material, seien Wege, Insolvenzen zu vermeiden.

„Mit unseren Lehrlingszahlen liegen wir etwas besser als der Bundesdurchschnitt“, sagt Lehrlingsbeauftragter Dirk Fischer. Allerdings hat sich der Abwärtstrend bei den Bäckern fortgesetzt: Im Bereich der Innung Nord gab es im Jahr 2007 470 Bäcker-Azubis, 2011 waren es 400 und Ende 2012 noch 355 Lehrlinge.

Bei den Fachverkäuferinnen bietet sich ein besseres Bild: 2007 ließen sich 908 Jugendliche ausbilden, 2011 waren es 818 und Ende 2012 war die Zahl wieder auf 941 gestiegen.

„Liebe Innungsmitglieder, wir können nicht jammern darüber, dass wir keine Azubis bekommen, aber keine Öffentlichkeitsarbeit machen“, mahnt Obermeister Martin Martensen. So hat im vergangenen Jahr eine Schule die Freisprechungsfeier ausgerichtet. „Wie sieht das denn aus, wenn wir unsere eigenen Veranstaltungen nicht leiten“, kritisiert Martensen und fordert mehr ehrenamtliches Engagement von allen Mitgliedern.

Gelegenheit dazu bieten Veranstaltungen wie die Brotprüfungen. Sie finden für die Region Nordfriedland/Dithmarschen/Rendsburg-Eckernförde am 6. und 7. August statt und im Bereich Ostholstein/Plön am 8. und 9. August. In Pinneberg wird am 19. und 20. September. das Brot geprüft. Ebenfalls im September beteiligen sich die Bäcker an der Messe Norla sowie am Praktischen Landesleistungswettbewerb. Die Stollensaisoneröffnung in Kiel ist im November genauso die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Eine Stollenaktion im Landtag steht im Dezember im Terminkalender.

Auch das Thema Wahlen steht bei der Versammlung auf der Tagesordnung: Eine Nachwahl für die Arbeitgebervertreter in den Prüfungsausschüssen ist notwendig geworden, weil sich die drei Innungen Nord, Sylt und Föhr/Amrum, die sich den Schulstandort Niebüll teilen, darauf geeinigt haben, Zwischen- und Gesellenprüfungen zukünftig gemeinsam durchzuführen. Einstimmig gewählt werden Kai Jessen und Thomas Raffelhüschen von der Innung Sylt sowie Volker Hansen, Erik Jensen und Bernd Mengel von der Innung Föhr/Amrum.

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