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Schreibaufwand zu groß für kleine Betriebe

Geehrte und Ehrende in der Karlsruher Innung (von links): Elke Hartmann,  Henri-Noel Graux, Ingrid Schmitt, Lieselotte Amolsch, Monika Heck, Rolf Weber, Jürgen Schon,GF Sylvia Roschy, Edgar Krummholz und OM Karl-Heinz Jooß. Foto: Treiber 
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Geehrte und Ehrende in der Karlsruher Innung (von links): Elke Hartmann, Henri-Noel Graux, Ingrid Schmitt, Lieselotte Amolsch, Monika Heck, Rolf Weber, Jürgen Schon,GF Sylvia Roschy, Edgar Krummholz und OM Karl-Heinz Jooß. Foto: Treiber Foto: Tre

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Intensive Diskussionen über Dokumentationspflichten gab es bei der Hauptversammlung der Karlsruher Innung

Baden & Die Schreibarbeiten, die der Gesetzgeber verlange, seien nicht mehr zu erfüllen, klagten besonders die Bäckermeister aus kleineren Bäckereien. Johannes Kuhn von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) wies darauf hin, dass die Meister nur durch schriftliche Nachweise rechtlich einigermaßen sicher sein könnten. Zu einer Gefährdungsbeurteilung gehöre, nacheinander die Betrachtungseinheiten, ihre Gefährdungen und Gefahr vermeidende Maßnahmen festzulegen und zu dokumentieren.

Stefan Nickum, Betriebsberater des Bäckerinnungsverbands Baden, berichtete, dass der Umsatz der kleineren Betriebe sinke und der der größeren steige. Der Erfolg eines Betriebs hänge von der Kalkulation ab. Eine goldene Regel besage, dass der Wareneinsatz 20 und die Personalkosten 40 Prozent betragen sollen. Produkte, die keinen Gewinn brächten, sollten meist besser aus dem Sortiment genommen werden. Raum, Energie und Retouren seien weitere Kostenfaktoren. Im Schnitt erwirtschafte eine in der Produktion beschäftigte Person 70 Euro Umsatz pro Stunde, eine im Verkauf beschäftigte 60 bis 65 Euro.

Jochen Wagner von der Agentur für Arbeit dankte dem Handwerk dafür, dass es unabhängig von der wirtschaftlichen Lage regelmäßig ausbilde. Eine Chance, Auszubildende mit besserer Schulbildung zu bekommen, sehe er im Jahr 2012, in dem zwei Klassenstufen Abitur machen werden.

Obermeister Karl-Heinz Jooß berichtete, dass sieben von 28 zur Gesellenprüfung angetretenen Bäckerlehrlingen die praktische Prüfung nicht bestanden hätten. Sieben von 64 Fachverkäuferinnen-Azubis seien durch die theoretische Prüfung gefallen. Jürgen Schweikert, Ausbildungsbeauftragter der Innung, forderte seine Kollegen auf, Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen.

Landesinnungsmeister Walter Augenstein appellierte an seine Kollegen, Preise so zu gestalten, dass sie sich rechneten. Von einem perfekten Handwerks-Netzwerk sprach Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann. Die Verbände pflegten vielfältige Kontakte, die der Einzelne nicht pflegen könnten. Jochen Knorpp, Geschäftsführer der Bäko Mittelbaden, wies darauf hin, dass die Rohstoffpreise nach einem Tiefstand wieder anzögen.

Für mehr als 25 Jahre Betriebstreue ehrte Obermeister Jooß die Verkäuferinnen Elke Hartmann, Ingrid Schmitt und Renate Wernert (Bäckerei Visel). Die bronzene Treuemedaille für mehr als 15 Jahre Betriebszugehörigkeit erhielten die Verkäuferin Lieselotte Amolsch, der Fahrer Daniel Szymek und Bäckergeselle Henri-Noel Graux (Bäckerei Visel) sowie Verkäuferin Monika Heck (Bäckerei Schongar). Seit 50 Jahren bestehen die Bäckereien Edgar Krumholz in Linkenheim-Hochstetten und Rolf Weber in Karlsruhe-Durlach. 75 Jahre alt ist Bäckerei Jürgen Schongar in Karlsruhe-Neureut, 100 Jahre alt die Bäckerei Griesinger in Eggenstein-Leopoldshafen.

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