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Schneechaos, Stromausfall, Stirnlampen

Das Lieferfahrzeug der Bäckerei Zechmeister rutschte einen Hang hinunter und blieb im Schnee stecken. (Quelle: privat)+
Das Lieferfahrzeug der Bäckerei Zechmeister rutschte einen Hang hinunter und blieb im Schnee stecken. (Quelle: privat)

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Abgerutschtes Lieferauto, Umsatzeinbruch – Risiken und Nebenwirkungen eines „gescheiten“ Winters in Bayern

Von Marianne Quelle

Berchtesgadener Land/Bad tölz Ärgerlich war es, dass der Fahrer von Andreas Zechmeister mit dem Lieferauto einen Hang hinunterrutschte: „Aber zum Glück ist nichts passiert.“ An den Folgetagen übernahm der Bäckermeister die Auslieferungen seiner Bäckerei in Schönau am Königssee selbst.

Schneemassen

stören Arbeitsabläufe

Das Schneechaos im Süden Bayerns Mitte Januar hatte die Arbeitsabläufe einiger Bäckereien gestört. „Eigentlich ist es die ersten Wochen nach Neujahr eher ruhig. Deshalb hatten zwei meiner Mitarbeiter Urlaub“, erzählte Zechmeister.

Ein Bäcker brach seinen Urlaub allerdings ab, da ein Kollege über eine Woche ausfiel – er war eingeschneit. Die Zufahrtsstraßen zu seinem Wohnort Maria Gern waren gesperrt, ein Wegkommen zu Fuß zu gefährlich.

Großbestellungen für Helfer

retten Umsatzbilanz

Rund 1000 Schulkinder durften sich über zwei weitere Ferienwochen freuen. Für Zechmeister bedeutete das zehn Prozent weniger , da das Schul- und Rehabilitonszentrum zu den Hauptkunden zählt. Auch der Verkauf im Laden ging witterungsbedingtzurück.

Den fehlenden Umsatz holte Zechmeister aber durch Großbestellungen für belegte Semmeln und Brote für die Helfer wie Privatleute, Freiwillige Feuerwehr, Bundeswehr, THW, BRK, die wegen des Katastrophenfalls im Dauereinsatz waren, wieder rein.

„Es war schön mit anzusehen, dass in Bayern noch zusammengehalten wird, wenn‘s notwendig ist“, sagt Zechmeister. Schnee ist in Bayern normal, nicht jedoch so große Mengen in kürzester Zeit. Dennoch hätten die Leute die Lage nicht als so „dramatisch“ emfpunden, wie es in den Medien dargestellt worden sei.

Das bestätigte auch Franz-Xaver Neumeier, Bäcker im gleichen Landkreis: „Die Liefergeschäfte, Hotels und Gaststätten wurden jeden Tag pünktlich, wenn nicht sogar früher angefahren. Man weiß ja, dass der Verkehr zum Erliegen kommt, wenn es schneit. Also sind wir früher losgefahren.“

Keine Verzögerungen,

gute Stimmung

Weder bei der Produktion noch bei den Lieferanten gab es Verzögerungen, höchstens einmal eine Verspätung. An den ersten beiden Tagen des „Schneechaos“ fiel morgens der Strom aus. Da arbeiteten die Bäcker mit Stirnlampen weiter.

Der Umsatz ging zwar ebenfalls zurück, da die Kunden ausblieben, doch schlecht gelaunt war Neumeier deshalb nicht – im Gegenteil: „Da wir alle aus der Gegend kommen, arbeiteten wir sogar noch schneller, damit wir so früh wie möglich auf die Langlaufloipe, Skipiste oder zum Touren gehen konnten.“

Bei Andreas Wiedemann, in Bad Tölz ging der Umsatz um 50 Prozent zurück. Das Verkaufsmobil seiner Bäckerei fiel für eine Woche aus, da es wegen der Schneemassen nirgends parken konnte. Seine Hauptkunden, mehrere Schulen, hatten geschlossen. Außerdem stieg die Anzahl der Retouren.

Doch insgesamt war alles „halb so wild, einfach ein ‚gescheiter‘ Winter“, lautet Wiedemanns Fazit. Und aufs Schneeräumen mit dem eigenen Quad habe er sich regelrecht gefreut.


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