Niedersachsen
Betriebswirtschaftliche Jahrestagung des Bäckerinnungsverbandes Niedersachsen-Bremen mit spannenden Themen und guter Resonanz
Hannover (wk). Die diesjährige Betriebswirtschaftliche Jahrestagung des Bäckerinnungsverbandes in der Handwerkskammer Hannover bot einiges an spannenden und aktuellen Themen. Die Zahl der Gäste dürfte die 80 Anmeldungen sogar noch überschritten haben.
Optimierte Logistik
Optimierte Logistik bringt Gewinn – Siegfried Siebelts, Inhaber der PS Unternehmensberatung in Morsum erläuterte anhand von Praxisbeispielen, wie mit einer sorgfältigen Optimierung der Disposition ganz erhebliche Kosten einzusparen sind. Ein Thema, das oft von Betrieben mit mehreren Filialen wenig beachtet wird. Generell fehlt in der Praxis ein durchdachtes Logistiksystem, mit dessen Hilfe nicht nur termingerechte und frische Belieferung der Filialen erfolgt, mit dem auch die Arbeitszeiten und der Aufwand an Kilometerleistungen deutlich gesenkt werden können. Für 500 Euro Tageshonorar nimmt der Experte Siebelts die Betriebe genau unter die Lupe. Dabei treten häufige Fehler wie zu viele Waren, keine vernünftigen Verpackungseinheiten und kein System ans Tageslicht.
Sein Ziel ist eine schnelle und übersichtliche Verteilung. Am Beispiel des Backhaus Tenter in Bremen, zeigte Siebelts auf, welchen Gewinn ein optimales Logistiksystem erzielt. So konnten insgesamt 3 Touren eingespart und die Arbeitszeiten im Versand um 1,5 Stunden nach hinten verlegt werden – mit dem Effekt, dass überschüssige Arbeitszeit für andere Aufgaben frei wurde.
Markt fürs Frühstücksmobil
Ein gewinnbringendes Modell präsentierte Stefan Behrndt von der Firma Borco-Höhns mit dem Frühstücksmobil. Warum sollte eine Bäckerei das Frühstücksgeschäft den Tankstellen und Kiosken überlassen. Mit maßgeschneiderten Finanzierungs- oder Leasingmodellen ist es möglich, mit speziellen Lieferfahrzeugen diesen gewinnträchtigen Markt selbst zu bedienen. Dabei seien bis zu 30 Prozent Umsatzsteigerungen gegenüber normalen Verkaufsfahrzeugen drin. Das Konzept: Firmen, Schulen oder Behörden direkt mit frischen Snacks, Salaten, Kaffee, Getränken und Kuchen zu beliefern. Wichtig dabei sei ein guter Branchenmix mit Betrieben, die sich bei ihrer Pausenplanung auf die Anfahrtzeiten einlassen. Bei 75 bis 80 Prozent Eigenprodukten wären bis zu 500 Euro Vormittagsumsatz möglich. Voll ausgestattete Fahrzeuge mit einem ganzen Bündel von Serviceleistungen gibt es ab 30.000 Euro.
Langfingern auf der Spur
Spannend wie ein Krimi und mit entsprechender Anteilnahme war die Demonstration der Firma Visako Video und Sicherheitssysteme aus Kiel. Volker Kolodzey und Olaf Saggau, zeigten was jeder weiß aber keiner so recht im Griff hat: Diebstahl durch das Personal. Kolodzey, selbst Bäckermeister aus Hannover, wurde nach eigenen Angaben innerhalb eines Jahres um rund 60.000 Euro erleichtert und er geht aufgrund seiner Erfahrungen davon aus, dass es jeden Betrieb auf die eine oder andere Weise betrifft. Was aber tun, wenn man einen Verdacht hat? Die Rechtsunsicherheit ist groß. Während eine offene Videoüberwachung problemlos möglich ist – sie dient schließlich auch der Sicherheit des Personals – ist es mit einer verdeckten Überwachung nicht ganz so einfach. Sie darf nur bei begründetem Verdacht für eine gewisse Zeit angewendet werden. Bereiche, in denen die Intimsphäre verletzt werden kann, wie Toiletten, sind ausgenommen. Zustimmen muss, wenn vorhanden der Betriebs- oder Personalrat. Was aber wenn der selbst im Verdacht steht – wie in einem geschilderten Fall geschehen? Dann ist die Maßnahme mit der Polizei abzuklären. Die Kosten für eine Überwachungsanlage betragen 4000 bis 8000 Euro. Daneben gibt es die Möglichkeit entsprechende Technik zu mieten.
Positive Tendenz bei Umsätzen
Die Berichte der Steuerbüros Grethe-Klingebiehl, Kirchner, Voss-Bünger und Beckmann-Kandel mit Daten bis Juni 2005, ergaben ein gemischtes Bild mit einer generell leichten Aufwärtstendenz. Die Zahlen reichten von 4 Prozent Plus bis 2,5 Prozent Minus im Bereich Harz und Braunschweig. Die Talsohle sei dennoch durchschritten und es gab in der Vergangenheit deutlich schlechtere Jahre. Harsche Worte trotz verbesserter Aussichten fand Steuerberater Josef Bünger. Er kritisierte vor allem die Qualität und die Präsentation der Waren. Die Auslage lächle einen nicht an und Warendruck sei so gut wie gar nicht vorhanden. Und das vor dem Hintergrund, dass heute schon rund 50 Prozent des Backwarenumsatzes von der Industrie gemacht würde. Preisanpassungen nach unten seien der falsche Weg. Brötchen für 99 Cent sind zu billig monierte Bünger. Man müsse der Industrie wieder den Rang ablaufen, denn die sei der einzig wahre Feind. Seitens der Backwarendiscounter sehe er wenig Gefahr. Das seien gerade mal 400 in ganz Deutschland.
Einsparungen bei den Personalkosten gingen für steigende Energiekosten wieder drauf. Sein Tipp: Ladenbacköfen abschaffen – „die Brötchen schmecken ohnehin nicht“.
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- Informationen und Anmeldungen Bäckerinnungsverband Baden, Tel. (0721) 9323220, Fax 9323232, E-Mail info@biv-baden.de, Konto-Nr. 20753, BLZ 661900000 Voba Karlsruhe Schulungsort Bundesfachschule in Weinheim (Kälteseminar); Badische Bäckerfachschule, Ottost: Informationen und Anmeldungen: Bäckerinnungsverband Baden, Tel. (0721) 9323220, Fax 9323232, E-Mail: info@biv-baden.de, Konto-Nr.: 20753, BLZ 661900000 Voba Karlsruhe Schulungsort: Bundesfachschule in (23.09.2005)
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