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Moderate Weiterentwicklung im Blick

Familiensache: Sebastian Reifert und Christine Beck präsentieren den Rahmstreußelkuchen. (Quelle: Marconi)+
Familiensache: Sebastian Reifert und Christine Beck präsentieren den Rahmstreußelkuchen. (Quelle: Marconi)

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Die Bäckerei Beck modernisiert mit Augenmaß, setzt aber vor allem auf qualitative Kontinuität

Von Carla Marconi

Hessen Offenbach Das ist das Herzstück der Bäckerei Beck. Darüber sind sich nicht nur Mutter und Sohn einig – Christine Beck (55) und Sebastian Reibert (23) – sondern vor allem ihre Kunden.

„Wir mussten vor Kurzem, als wir einen neuen Ofen installiert haben, unsere Baguettes bei einem Kollegen kaufen, da wir sie nicht selber backen konnten. Das haben unsere Stammkunden gleich gemerkt“, erzählt Sebastian Reibert, der gemeinsam mit Mutter und Onkel Andreas Beck (53) das in Offenbach leitet.

Da habe sich gezeigt, wie wichtig eine gleichbleibend hohe sei.

Qualität macht

den Unterschied

Denn die Qualität ist das, was das Unternehmen ausmache und was es von anderen unterscheide, betont Reibert. „Wir können uns gegen Discounter und Ketten nur über die Qualität unserer Produkte durchsetzen“, erklärt das Nestäkchen an der Firmenspitze und führt weiter aus: „Wir sind stadtbekannt für unser Baguette, das wir nach einem alten Familienrezept herstellen und auch an zahlreiche Restaurants vertreiben.“

Er will zwar die Zutaten nicht verraten, jedoch habe es eine lange Stehzeit und schmecke rustikal. Solche Produkte seien wichtig, um sich als kleiner Bäcker zu etablieren. Und wenn es hart auf hart kommt, auch um zu überleben.

Derzeit beschäftigen die Becks 21 Mitarbeiter und betreiben zwei Geschäfte in Offenbach, die sie nach und nach modernisieren. „In der Filiale am Wilhelmsplatz haben wir ein kleines Café integriert sowie einige Geräte wie den Ofen ersetzt“, sagt der 23-Jährige.

Hochwertige Zutaten

für den Geschmack

Die Bäckerei Beck produziert überwiegend mit regionalen Produkte. „Die Verwendung hochwertiger Zutaten sowie die Sorgfalt bei der Zubereitung – das schmeckt man einfach“, sagt Christine Beck. Leider sei der Bäckerberuf bei jungen Leuten nicht sehr beliebt.

„Wir haben große Personalprobleme und suchen seit Ewigkeiten einen Bäcker“, sagt ihr Sohn. Derzeit behelfe sich der Betrieb mit einem pensionierten, ehemaligen Angestellten auf 450-Euro-Basis.

Aus Personalnot ist Sebastian Reibert früher ins Geschäft eingestiegen als geplant. Eigentlich sollte er nach einer Lehre bei einem befreundeten Bäcker auch noch in anderen Unternehmen Erfahrungen sammeln. Doch er wurde vor fünf Jahren im eigenen Betrieb gebraucht. Seitdem setzt die Familie auf Modernisierung, denn es habe einen großen Investitionsstau gegeben.

Brot ist der klare

Umsatzbringer

Trotz aller Modernisierungsambitionen will Beck eine traditionelle Bäckerei bleiben und setzt weiterhin auf etablierte Spezialitäten.

40 Prozent des Geschäftes macht der Verkauf von Brot aus (täglich werden 200 Laibe gebacken), 10 Prozent Brötchen, 20 Prozent Stückchen und etwa 30 Prozent Kuchen.

Am Ende zählt das Produkt. Das ist es, weshalb Kunden in eine Bäckerei oder Konditorei gehen.
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