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Nordrhein-Westfalen
Bad Sassendorf Die beiden Landesinnungsverbände in NRW rücken näher zusammen. Eine Fusion wird derzeit nicht nur intensiv diskutiert, sondern auch konkret vorbereitet. Der endgültige Beschluss soll in den nächsten Monaten fallen und spätestens 2014 zum Tragen kommen, wie Landesinnungsmeister Heribert Kamm in seinem Sachstandsbericht anlässlich des 133. Verbandstages des westfälisch-lippischen Verbandes darlegte. Im Herbst ist, wenn auf Vorstandsebene ein entsprechender Beschluss gefasst wird, eine Fusionsversammlung als außerordentlicher Verbandstag eingeplant.
Dass es sich bei dem Fusionsgedanken nicht um „eine Idee zweier ausgeflippter Landesinnungsmeister“ handelt, machte auch der rheinische Landesinnungsmeister Bernd Siebers in seinem Grußwort deutlich. Das Abschmelzen der Mitgliederzahlen signalisiere schon länger einen Grund, jetzt entsprechend zu handeln. Er gibt sich – ebenso wie Heribert Kamm – optimistisch, dass mit der Vereinigung viele Probleme zu lösen seien und das backende Handwerk sich für die Zukunft besser aufstellen könne. Dabei wird die Fusion länderüberschreitende Auswirkungen haben, zumal auch die Kollegen aus Rheinland-Pfalz in die Diskussion einbezogen wurden.
Generell gelte es, sich in einem heiß umkämpften Markt zu behaupten, so Kamm. „Die Tiefkühlpizza oder das Pizzataxi sind ebenfalls Konkurrenten zum traditionellen Abendbrot“, machte er deutlich. Auch die Kostensteigerungen bei Energie, Rohstoffen und Personal schlagen bei den Bäckern zu Buche und tragen dazu bei, dass die Bäckerei in der Nachbarschaft nicht mehr überall in der unmittelbaren Nähe zu finden sei.
Als positiv wertet er die Anstrengungen, das deutsche Brot in seiner Vielfalt in das Register des Weltkulturerbes aufzunehmen. Ebenfalls erfreulich sei die Nachfrage auf der Lehrlingsseite „Back Dir Deine Zukunft“, sowie die Zahl von 100 Meisterschülern pro Jahr in Olpe.
Die geplante Modernisierung der Bäckerschule erhielt seitens der Delegierten problemlos „grünes Licht“. So werden die Schlafräume mit individuellen Nasszellen ausgestattet und ein zweiter Verkaufsübungsraum als Modellbäckerei gestaltet. Zusammen mit den energetischen Investitionen und einem Neubau eines separaten Apartmenthauses auf dem bereits von der Schule erworbenen Nachbargrundstück wird der Aufwand mit rund 6,1 Mio. Euro beziffert. Dieser Betrag wird zu 65 Prozent aus Fördermitteln bestritten.
Geschäftsführer Peter Karst zeigte sich zuversichtlich und appellierte an die Mitglieder, die Betriebsberatung verstärkt zu nutzen und auch auf die Marketingberatung zuzugreifen. Zahlreiche Aktivitäten auf der landespolitischen Bühne prägten das vergangene Jahr. Wie es nunmehr in Sachen „Hygienebarometer“ weiter gehe, stelle sich schon bald heraus. Nach dem Ergebnis der aktuellen Landtagswahl werde sich jedoch kaum etwas Entscheidendes ändern, mutmaßte Peter Karst. Bei der Umsetzung des Verbraucher-Informationsgesetzes tritt der Verband dafür ein, dass zwar die Transparenz gewahrt, jedoch eine Prangerfunktion verhindert werde.
Der Marketingexperte Prof. Dr. Klaus Kocks setzte sich in seinem Vortrag mit dem wenig genutzten positiven Bäckermythos im Bäckeralltag auseinander (Bericht folgt).
