ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Mehr Bürokratie für Bäcker

Johann Landstorfer, Boris Riemer und Heinrich Heller (von links) klären die rund 80 Teilnehmer (rechts) über den aktuellen Stand der Lebensmittelinformations-Verordnung auf.  (Quelle: Schuller)+Zur Fotostrecke
Johann Landstorfer, Boris Riemer und Heinrich Heller (von links) klären die rund 80 Teilnehmer (rechts) über den aktuellen Stand der Lebensmittelinformations-Verordnung auf. (Quelle: Schuller)

Weitere Artikel zu


Von

Seminar der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz informiert über das aktuelle EU-Lebensmittelrecht

Bayern Das EU-Lebensmittelrecht ist kompliziert und oftmals schwierig anzuwenden. Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz (HWK) lud Betriebsinhaber und Angestellte von Bäckereien und Metzgereien deshalb zu einem Seminar zum aktuellen EU-Lebensmittelrecht ein. Metzgermeister Johann Landstorfer und Rechtsanwalt Boris Riemer, Experte für , informierten über den neuen Stand.

Den rund 80 Teilnehmern erläutert EU-Berater Heinrich Heller den Nutzen des Seminars: „Auch wenn die neue Lebensmittelinformations-Verordnung erst zum 13. Dezember 2014 verbindlich anzuwenden ist, sollte sich jeder Betriebsinhaber schon jetzt mit den Vorschriften, insbesondere des Kennzeichenrechts vertraut machen“, betont Heinrich Heller.

Johann Landstorfer, Ausbilder bei der HWK, geht auf die jüngsten Nahrungsmittelskandale ein. Den vielfachen Ruf der Öffentlichkeit nach mehr gesetzlichen Regelungen, bezeichnet er als falsch; über mehr Kontrollen könne man diskutieren, meint er. Auf Verbraucherseite herrsche Unkenntnis aufgrund einseitiger Information. Als erfreulich stellt Landstorfer heraus, dass der „Internet-Pranger“, gemäß dem Verbraucher-Informationsgesetz (VIG) vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ausgesetzt sei. Es werden also – bis zur endgültigen Klärung der Rechtslage - keine Gesetzesübertretungen von Betrieben mehr veröffentlicht. Landstorfer erklärt: „Warnungen oder Informationen werden auf jeden Fall veröffentlicht, falls Verdacht auf Gesundheitsrisiken der Verbraucher besteht.“

Rechtsanwalt Boris Riemer zeigt in seinem Vortrag den Stand des EU-Lebensmittelrechts auf. Dabei geht er auf die Lebensmittelinformations-Verordnung und das EU-Hygienerecht ein. Er weist darauf hin, dass lose Ware künftig möglicherweise der vollen Kennzeichnungspflicht unterliege und eine Nährwertdeklaration zur Pflicht werde. Weiterhin informiert Riemer über die Informationspflichten sowie die Etikettierung von Fertigpackungen. Außerdem stellt der Rechtsanwalt den aktuellen Stand zu Verkehrsbezeichnungen, Zutatenverzeichnisse, Allergenkennzeichnung, Mindesthaltbarkeitsdatum und Nährwertkennzeichnung bis hin zur Schriftgröße dar. Abschließend klärt Boris Riemer die Teilnehmer über Urteile zum EU-Hygienerecht im Hinblick auf das Handwerk auf.

Rund 90 Teilnehmer zeigen großes Interesse an den Themen der dritten
Hygiene-Fachtagung des Bäckerinnungsverbands.
Auch interessant

Lebensmittelhygiene ist Chefsache

Niedersachsen-Bremen Sind die Besuche der Lebensmittelkontrolleure in den Backstuben und Verkaufsräumen Schikane oder – auch im Sinne der Bäcker-Unternehmer – sinnvoll zu begründen? mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel