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Lemke verkauft Pralinen für Hunde

Hündin Gem hat Besitzerin Nina Lemke zur Geschäftsidee mit der Tierconfiserie inspiriert. (Quelle: Klaus)+
Hündin Gem hat Besitzerin Nina Lemke zur Geschäftsidee mit der Tierconfiserie inspiriert. (Quelle: Klaus)

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Kauffrau macht sich mit Tierconfiserie WauiMiaui selbstständig / Tierbesitzer erfreuen sich an Produktdesign

Schleswig-Holstein Neustadt i.H. (tkl). Geburtstagsküchlein, Donuts, zur Jahreszeit passende Cookie Pops, Belohnungskekse oder liebevoll dekorierte Lebkuchenherzen – alles zum Anbeißen appetitlich. Nur, die Leckereien sind nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt, sondern für Hunde und Katzen. Nina Lemke stellt seit vier Jahren in ihrer Confiserie WauiMiaui in Neustadt in Holstein diese Produkte her. Dabei verfolgen sie stets die wachsamen Augen ihrer Geschäftspartnerin Gem, einer Hündin.

Die Verzierungen der Süßigkeiten sehen aus wie Zuckerguss und Schokolade, die sind jedoch für die Vierbeiner tabu. Die 37-Jährige verrät: „Statt Kakao kommt beispielsweise Carob in den Teig, das neben Eiern, Dinkelmehl und anderen Dingen zum Leckerli für die Tiere wird. Verfeinert wird mit Käse, Möhren, Leberwurst, Mandeln, Erdnuss oder Fisch.“ Bei den Rezepten verwendet Lemke kaum Fett und verzichtet auf Salz, Zucker oder sonstige Gewürze. Die Tier-Konditorin fügt schmunzelnd hinzu, dass die Käse- oder Thunfisch-Kekse zwar etwas fade schmeckten, aber bei einigen ihrer menschlichen Kunden trotzdem gut ankämen.

Zur Geschäftsidee inspirierte Nina Lemke ihre Hündin Gem, einem sechsjährigen Border-Collie-Weibchen. Die gelernte Kauffrau kocht und backt seit jeher gerne, naheliegend, dass auch ihre Hündin profitieren sollte. So entstanden im heimischen Backofen Hundekeks-Kreationen. Zunächst begeisterte Nina Lemke ihre Freunde mit Mitbringseln für Vierbeiner, wie weihnachtliche Elche, Osterhasen oder Geburtstagstörtchen. Später begann sie, auf Bestellung zu arbeiten. Über die einfache Hundekeksbäckerei sei sie schnell hinaus gewachsen, erinnert sich die Neustädterin. Bereut hat es die Holsteinerin nie, dass sie ihren festen Job aufgegeben hat, um sich selbstständig zu machen.

Bevor Lemke 2011 mit den Produkten auf den Markt ging, setzte sich die Kauffrau mit einer Tierärztin über die Rezepte auseinander. Auf Weizen verzichtet sie. Stattdessen greift sie zu Dinkelmehl, das bekömmlich ist und gut vertragen wird. Auf Wunsch backt Nina Lemke auch glutenfrei. Grund: Allergien machen vor Vierbeinern ebenfalls nicht halt. Nina Lemke fasst ihr Konzept zusammen: „Ich lege Wert auf hochwertige Rohstoffe in Lebensmittelqualität. Künstliche Aromen, Farb-, Lock- oder sonstige Zusatzstoffe haben in meiner Küche keinen Platz.“

Die Hygienevorschriften und Kontrollen für Tiernahrung sind ähnlich streng, wie bei der Lebensmittelproduktion für den Menschen. Eine Deklaration der Inhaltsstoffe ist für Nina Lemke selbstverständlich. Denn: „Meine Kunden sollen wissen, was sie kaufen.“ Gut zu wissen: Bei trockener Lagerung halten die Produkte vier bis sechs Monate.

Dass für Hunde und Katzen das Design der Leckereien Nebensache ist, ist der 37-Jährigen bewusst. Als Hundebesitzerin weiß sie aber, wie die Tiere die Stimmungen ihrer Besitzer spüren und reflektieren. Nina Lemke stellt fest: „Meine Delikatessen ähneln eher Pralinen oder Petit Fours, als an herkömmliche Hunde- oder Katzenkekse im Blockbodenbeutel.“ Die Hundebesitzer freuen sich, wenn sie zu besonderen Anlässen die Überraschung hervorholen. Das überträgt sich auf die Tiere. Einer der Gründe, warum Nina Lemke die Arbeit in ihrer Tierconfiserie „WauiMiaui“ so viel Spaß macht.

Inzwischen beliefert ihr Betrieb mehr als 40 exklusive Boutiquen in Deutschland, Österreich, Luxemburg, der Schweiz und auf Mallorca mit den edel verpackten Produkten. Der Hundename auf den Lebkuchenherzen oder Geburtstagstorten gehören auf Wunsch zum Service.

Auch bei WauiMiaui bleiben Nachahmer und Plagiatoren nicht aus. Nina Lemke stellte dies wiederholt fest. Gegen die Prise Ostseeluft - ein Markenzeichen der verpackten Unikate - und die frischen Ideen für neue Kreationen haben sie jedoch kaum Chancen.

Eine stetig wachsende Fangemeinde verzeichnet auch der Facebook-Auftritt des Betriebs. Im Namen ihres Hundes Gem postet Lemke regelmäßig über ihren Alltag und den Stand der aktuellen Bestellungen.

Expandieren möchte Nina Lemke nicht – obwohl die Nachfrage durchaus vorhanden wäre. Doch die Bäckerin ist überzeugt: Dabei geht die Exklusivität verloren, die die Tierconfiserie „WauiMiaui“ auszeichnet.

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