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Kunden legen ihr Geld in Balzers Brot an

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Backwaren als Geldanlage: Screenshot der Homepage der Bäckerei Balzer (Quelle: Unternehmen/ABZ)

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Eine Bäckerei arbeitet zur Finanzierung neuer Filialen mit dem Investitionsmodell Crowdinvesting

Von Dorothee Hoenig

Schleswig-Holstein Marne Die Bäckerei Balzer mit Hauptsitz im schleswig-holsteinischen Marne beschäftigt 330 Mitarbeiter. Ihre 18 Filialen verteilen sich in der Nordseeregion zwischen Glückstadt, Hohenweststedt und Tönning. An der Spitze des Unternehmens steht Olaf Balzer (57).

Die Zeichen stehen auf Expansion. Für 2018 plant die Bäckerei Filialeröffnungen an drei weiteren Standorten. Pro Filiale würden 200.000 bis 250.000 Euro gebraucht, sagt Carsten Paustian.

Investoren können

ab 500 Euro einsteigen

Der 50-jährige Ex-Banker ist bei der Bäckerei Balzer freiberuflich als Berater und Prokurist tätig. Das neueste Projekt: „Crowdinvesting“, eine Finanzierungsform, bei der Anleger über das Internet auch mit kleineren Beträgen in ein Unternehmen investieren können. Zum Beispiel bei einem Bäcker, der sein Filialnetz ausbauen will – wie Balzer.

„Crowdinvesting“ sei ein gutes Modell für die Zukunft, meint Carsten Paustian. Es sei innovativ und gut für Image und Kundenbindung. Es sei ein probates Finanzierungsmittel und biete die Unabhängigkeit von Banken.

Seit dem 6. Dezember 2017 läuft das Projekt „Crowdinvesting“ bei Balzer. Geplant ist, dass es am 31. Januar 2018 endet – „falls wir es nicht verlängern“, sagt Carsten Paustian.

Geld oder Gutschein -

das ist die Frage

Auf der Website ihres Partners Finnest bietet die Bäckerei Balzer Interessierten die Möglichkeit, ab 500 Euro in den Betrieb zu investieren www.finnest.com/de/in-balzer-investieren ).

Der Interessent macht ein Angebot und wählt dabei zwischen der Höhe der Zinsen und auch der Art der Ausschüttung – Geld oder Balzer-Gutschein. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre.

26 Einleger bringen

110.000 Euro

Bis Mitte Januar 2018 hat das Crowdinvesting der Bäckerei 110.000 Euro von 26 Investoren eingebracht. „Nicht schlecht“, meint Carsten Paustian, „aber auch nicht der Hammer.“ Es sei aber kein Drama, wenn nicht die gewünschte Summe hereinkäme: „Dann finanzieren wir die Filialen über eine Leasinggesellschaft.“

Wie geht man das Projekt Crowdinvesting an? „Man sucht sich einen Dienstleister und schließt mit ihm einen Vertrag ab“, erklärt Carsten Paustian. Dann wird eine Online-Plattform eingerichtet.

Online macht der Anleger dann sein Angebot mit Benennung der Höhe des Geldbetrages und seines Wunschzinses – zwischen zwei und vier Prozent beziehungsweise 2,6 bis 5,2 Prozent, wenn er sich für einen Gutschein entscheidet.

Bei Auszahlung der Zinsen als Gutschein gibt es einen Bonus von 30 Prozent. Je nach Menge der Angebote entscheidet Olaf Balzer, welche akzeptiert werden.

„Wir werden solch ein Projekt wieder durchführen“, sagt der Balzer-Prokurist. Auf Flyern und Plakaten würde er „Crowdinvesting“ durch „Geldanlagemöglichkeit“ ersetzen.

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