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Klare Kanten, passend zu klaren Konzepten

Rainer Scharold im Gastro-Bereich, der insgesamt 100 Gästen Platz bietet (ganz oben). Die Technik in der Backtsube ist auf dem neuesten Stand. Die Frühstückskarte macht fünf Angebote. (Quelle: Ried)+
Rainer Scharold im Gastro-Bereich, der insgesamt 100 Gästen Platz bietet (ganz oben). Die Technik in der Backtsube ist auf dem neuesten Stand. Die Frühstückskarte macht fünf Angebote. (Quelle: Ried)

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Die Bäckerei Scharold folgt mit ihrem Neubau dem Grundgedanken der beiden Chefs, dass weniger häufig mehr ist

Von Roland Ried

Bayern Friedberg Nach knapp einem Jahr Bauzeit ist seit Mitte April der der Stadtbäckerei Scharold im Friedberg-Park voll in Betrieb. Das 1500 qm große Gebäude überzeugt mit moderner Funktionalität und einer Optik, bei der weniger mehr ist.

Damit transportiert es die Prinzipien von Rainer Scharold (38), der zusammen mit seinem Vater Richard (65) seit knapp zehn Jahren die Geschäfte des Friedberger Traditionsbetriebs mit über 130 Jahren Firmengeschichte leitet: und klare Linien.

Bauernbrot fürs Regal

und den Gastro-Bereich

Der A-Artikel im Sortiment ist ein traditionsreiches Bauernbrot, das die Stadtbäckerei Scharold mit einer eigenen Gewürzmischung und Mehlen der Friedberger Bennomühle herstellt.

Verkauft wird es nicht nur am üppig bestückten Brotregal, sondern auch im 100 Sitzplätze (80 innen, 20 draußen) umfassenden Gastrobereich zu herzhaften Speisen wie etwa einer Bratensülze.

Derzeit nutzen Kunden nicht nur den Mittagstisch, sondern auch das fünf Varianten umfassende Frühstücksangebot gut. Gäste, die drinnen Platz nehmen, haben dabei einen weitgehenden Einblick in die Backstube der Stadtbäckerei.

Nur eine Scheibe

trennt Bäcker und Gäste

Der Gastrobereich ist vom Produktionsbereich nur durch eine Plexiglasscheibe getrennt. Darüber befinden sich in dem neun Meter hohen Raum kaum noch weitere Teilungselemente. Den Abschluss bildet ein Pultdach, das auf massiven Leimbindern ruht.

In dem rasch wachsenden Gewerbegebiet Friedberg-Park, das direkt an der A8 (Ausfahrt Friedberg) liegt, rekrutieren sich die Gäste vor allem aus Mitarbeitern und Kunden der umliegenden Firmen.

Belegschaften aus zwei

Betrieben zusammengeführt

Geöffnet ist unter der Woche von sechs bis 19 Uhr. „Wir arbeiten gestreckt von 24 bis 12 Uhr“, berichtet der Geschäftsführer, der zeitweilig auch selbst in der Backstube mitarbeitet: „Wir sind noch in der Anfangsphase“, erläutert Rainer Scharold dazu, „und an einigen Stellen läuft es auch noch nicht ganz rund“.

Nach dem Umzug Mitte April wurden in der neuen Produktion die Belegschaften aus zwei Backstuben zusammengeführt, die Scharold in den letzten vier Jahren unterhielt, nachdem er 2013 die Bäckerei Kusterer übernommen hatte.

800 Quadratmeter

für 50 Mitarbeiter

Jetzt ist wieder alles unter einem Dach, und 50 Mitarbeiter stellen auf 800 qm Produktionsfläche das gesamte Sortiment für die elf Verkaufsstellen her. Dabei steht ihnen eine Ausrüstung zur Verfügung, die auf dem Stand der Zeit ist, denn Scharold hat nicht nur ins Gebäude investiert.

Auch in Maschinen und Technik hat er Geld gesteckt: „60Prozent neue Öfen, 100 Prozent neue Kälte, und alles andere ist generalüberholt“, sagt Rainer Scharold.

Insgesamt nahmen die beiden Anteilseigner der Scharold OHG, Rainer Scharold und sein Vater Richard rund drei Millionen Euro in die Hand, um den neuen Standort zu verwirklichen.

Freiräume für

passgenaue Entscheidungen

Der luftige Gesamteindruck, der sich im Innern des Gebäudes bietet, ist dabei auch ein Stück weit ein Sinnbild für das, was sich Rainer Scharold für seine unternehmerische Zukunft vorstellt. „Ich will genügend Freiraum haben, damit ich Entscheidungen treffen kann, die mir zusagen“, betont der verheiratete Vater von zwei Kindern und ergänzt: „Ich will nicht diesen oder jenen Standort nehmen, weil ich es muss, sondern ich will den Standort nehmen, der gut zu mir passt.“

Mit den jetzt zur Verfügung stehenden Kapazitäten kann die Stadtbäckerei Scharold noch um „bis zu 30 Prozent“ wachsen. Aber sie muss es nicht – und dieser Gedanke lässt bei ihrem Geschäftsführer ein verschmitztes Lächeln in den Mundwinkeln erscheinen.

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