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Vorbild oberfränkische Brauer: Über Aktionen zu besserem Image bei den Kunden

Leupoldsgrün (rgb). Das Bäckerhandwerk will einiges tun, um sein Image noch weiter zu verbessern. In der Versammlung der Innung Hof wurden erste Gedanken hierfür vorgestellt. Denn die Rahmenbedingungen von Seiten der Politik seien alles andere als rosig. „Es ist sehr schwer für einen Unternehmer, in ein Rennen um Innovationen und Kunden auf den Märkten zu gehen, wenn ihm die staatlichen Anforderungen wie Bleikugeln an den Beinen hängen“, brachte es Obermeister Harald Friedrich auf den Punkt. Die Politik müsse klare und eindeutige Zeichen für den Standort Deutschland abgeben.

Insbesondere das Bäckerhandwerk werde gegenwärtig in die Zange genommen. Aufgrund der Bedeutung der Ernährung und des Verbraucherschutzes würden immer neue Belastungen von Seiten des Staates auf die Betriebe zukommen. Friedrich: „Das kostet Geld.“ Auf der anderen Seite müssten Umsatzverluste an Discounter hingenommen werden.

„Das Problem ist, dass es dem Bäckerhandwerk als ganzem, ebenso wie manchem Betrieb an Profil mangelt“, so Friedrich. Dem Verbraucher müsse der Wert des lokalen Bäckereibetriebes wieder stärker vor Augen geführt werden. Die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Backwaren müsste genauso wie die Bereitstellung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen als Vorteile den Verbrauchern verdeutlicht werden.

Bernd Sauer, Hauptabteilungsleiter der Handwerkskammer für Oberfranken (HWK), zeigte hier gleich erste Lösungsansätze auf. Sauer hat bereits mit den oberfränkischen Brauern und Mälzern sowie mit den Damenschneidern ähnliche Projekte umgesetzt. So zum Beispiel einen „Bierstreit“ auf der Internationalen Handwerksmesse in München. Hier wurden Biere oberfränkischer Handwerksbrauereien mit denen der Münchner Brauereien verglichen. „Wir haben übrigens gewonnen“, verdeutlichte Sauer die Qualität der handwerklich gebrauten Biere aus Oberfranken, und die Presseresonanz war bundesweit. Inzwischen seien Hunderte von Pressemeldungen über die oberfränkischen Brauer erschienen.

Gleiche Potenziale sieht Sauer bei oberfränkischen Wurst- und Backwaren. „Wir selber sehen dies als selbstverständlich an. Andere fahren Kilometer für die oberfränkischen Wurst- und Backwaren.“ Die Handwerkskammer für Oberfranken möchte die heimischen Lebensmittelhandwerker hier unterstützen und neue Möglichkeiten der Vermarktung aufzeigen und Türen öffnen.

Kommendes Jahr

Handwerkermarkt

Als eines der ersten Projekte soll nach Aussage von Sauer in Hof ein Handwerkermarkt am 30. und 31. Juli 2005 stattfinden. Es gehe darum, Themen wie Weihnachten, die Krapfenzeit, Ostern und andere „Bäcker-Ereignisse“ professionell vorzubereiten. Auch Tage der offenen Tür sind geplant – „damit die Leute sehen, wie die oberfränkischen Backspezialitäten eigentlich gemacht werden“. Dies schaffe Sympathie und Vertrauen. „Gerade auch mit spektakulären und großen Aktionen soll die Bevölkerung auf unser Handwerk aufmerksam gemacht werden.“ Von dort aus könnten dann die Betriebe die Aktionen in ihre Läden tragen und dort fortführen. Die Kammer unterstütze dies, indem sie entsprechende Konzepte ausarbeite und Hilfsmittel den Betrieben an die Hand gebe.

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