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Goldene Brezel für Premiumqualität „kassiert“

Stolz präsentierten die 21 mit dem neuen Qualitätssiegel für handwerkliche Backqualität ausgezeichneten Betriebe ihre „Goldene Brezel“. Trotz vollem Terminkalenders hatte es sich der Bürgermeister von Berlin-Mitte, Joachim Zeller (r.), nicht nehmen l+Zur Fotostrecke
Stolz präsentierten die 21 mit dem neuen Qualitätssiegel für handwerkliche Backqualität ausgezeichneten Betriebe ihre „Goldene Brezel“. Trotz vollem Terminkalenders hatte es sich der Bürgermeister von Berlin-Mitte, Joachim Zeller (r.), nicht nehmen l

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Berlin

Rund 20.000 Besucher beim 10. Berliner Brotfest / Vielfalt des Bäckerhandwerks im Zeichen des neuen Qualitätssiegels demonstriert

Zum zehnten Mal hatten die Berliner Handwerksbäcker zum Brotfest unter dem Fernsehturm am Alexanderplatz eingeladen. Von 9 bis 18 Uhr nutzten rund 20.000 die Gäste die Gelegenheit, um sich von der großen Angebotsvielfalt der in der Spreemetropole 1272 urkundlich erstmals erwähnten Zunft zu überzeugen. Dazu hatten rund 30 Bäckereien aus allen Stadtbezirken ihre attraktiv dekorierten Stände mit den duftenden Produkten aufgebaut. Aus Lichtenberg waren beispielsweise die Betriebe Rauch und Richter präsent. Die Zunft vom Prenzlauer Berg vertraten die Bäckereien Lau und Kädtler. Den weitesten Weg zum Alexanderplatz hatte das Spandauer Backhandwerk mit der Familienbäckerei Rösler, Kuchen-Noack und der Bäckerei Grosser zurückgelegt. Zur Auswahl standen diverse Brot-, Brötchen- und Kuchensorten für jeden Geschmack und Geldbeutel. Die Qual der Wahl oblag dem Publikum. Über mangelnden Zuspruch konnten sich die Handwerksbäcker keineswegs beklagen, denn Brot und Backwaren liegen im Trend. Laut aktueller Statistik erreichte der Konsum dieser Lebensmittel neue Rekordhöhen und war im Getreidewirtschaftsjahr 2004/2005 gegenüber dem Vorjahr um 700 Gramm auf 86,8 Kilogramm gestiegen. Auch der Geschmack rangiert wieder vor dem Preis. Der Run auf Billigprodukte vom Discounter oder industriellen Abbackstationen ebbt langsam ab.

„Qualität kann man schmecken,“ freute sich Hans-Joachim Blauert, Obermeister der Berliner Bäckerinnung, über diese Entwicklung. Neben den traditionellen Produkten, die bereits seit Jahrhunderten nach überlieferten Rezepturen gebacken werden, demonstrierten die Handwerksbetriebe auf dem Brot-Event ihre Kreativität in Sachen Produktinnovation. So waren die Spezialitäten vom Biobackhaus ebenso nachgefragt wie das Marzahner Mühlenbrot oder das bekannte Spandauer Festungsbrot, das vor Ort frisch in Steinofen gebacken wurde.

Selbst figurbewusste Kunden wurden fündig. Bäckermeister Uwe Richter bot einen schmackhaften Wellnesskuchen mit extra viel Frucht und 30 Prozent weniger Kalorien an. Ihr Können als findige Lebensmittelexperten stellten die Bäckermeister ebenfalls unter Beweis. Die seit über 90 Jahren in Schöneberg ansässige Bäckerei Johann Mayer hatte passend zum Berliner Marathonlauf-Wochenende ihr Schrittmacher-Brot mitgebracht.

Dieses von der Bäckerinnung in Kooperation mit der Bäckerfachschule entwickelte Produkt darf ausschließlich nur von Mitgliedsbetrieben gebacken und vertrieben werden. Das unter Verwendung von Natursauerteig hergestellte Vollkornbrot aus Roggen, Dinkel, Kamut und Amaranth eignet sich wegen seines speziellen Nährwertprofils besonders für Ausdauersportler.

Dieses Jahr stand das Fest ganz im Zeichen der „Goldenen Brezel“, dem neuen Qualitätssiegel der Bäckerinnung Berlin, das an insgesamt 21 Betriebe verliehen wurde. Zuvor hatten sich die Unternehmen jedoch einem gründlichen Check unterziehen müssen, denn das Prädikat basiert auf der Erfüllung strenger Kriterien. Die Betriebe müssen Lehrlinge ausbilden, ihre Erzeugnisse handwerklich herstellen und über ein geschultes sowie kompetentes Verkaufspersonal verfügen. Die Produktpalette wird alle sechs Monate von Innungsexperten geprüft. Desweiteren sind die Bäckereiinhaber zur regelmäßigen Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen verpflichtet. Anhand der im Laden ausgestellten „Goldenen Brezel“ können die Kunden sofort erkennen, wo noch selbst gebacken und fachkundig beraten wird. Trotz seines engen Terminkalenders an einem ereignisreichen Berliner Veranstaltungswochenende, nahm der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Joachim Zeller, die Auszeichnung zusammen mit Innungsobermeister Blauert vor. Der Kommunlapolitiker unterstrich, wie wichtig die Präsenz von kleinen Geschäften und Handwerksbetrieben für das Stadtbild und die Lebensqualität der Einwohner sei.

Doch nicht nur als neues Qualitätszertifikat spielte das bekannte Innungszeichen der Bäcker auf dem Brot-Event eine wichtige Rolle, denn die Gäste konnten beim Brotfest zugleich auch Deutschlands größte Brezel bestaunen. Das in der Bäckerei Mayer aus süßem Teig mit Zimt und Rosinen hergestellte Backwerk in den Maßen 3,6 Meter mal 1,6 Meter brachte stolze 90 Kilogramm auf die Waage und wurde Stückweise zum Preis von einem Euro verkauft. Etwa 600 Euro Einnahmen erzielte die Aktion. Das Geld ging an das Kinderheim Mark Brandenburg, in dem rund 250 Kinder und Jugendliche eine fürsorgliche Betreuung erhalten.

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