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Goldene Brezel contra Ampel und Smiley

Obermeister Hans-Joachim Blauert (r.) dankte Hygienefachmann Dr. Hans-Georg Basikow für seine Informationen zum Thema.  (Quelle: Schlag)+
Obermeister Hans-Joachim Blauert (r.) dankte Hygienefachmann Dr. Hans-Georg Basikow für seine Informationen zum Thema. (Quelle: Schlag)

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Hygiene als Kernthema auf der Versammlung der Bäckerinnung Berlin

Berlin-Brandenburg Nach den Gaststätten und Imbissbetrieben geraten künftig auch die Berliner Bäckereien immer stärker ins Visier der „Ampelmännchen“ aus den Lebensmittelkontrollbehörden. Dabei ist die Veröffentlichung der Ergebnisse via Internet programmiert. Zwecks besserer Information in der Sache engagierte die Berliner Bäckerinnung den versierten Hygieneexperten Dr. Hans-Georg Basikow, der den Kollegen auf der Versammlung sowohl fachliche Erläuterungen, als auch praktische Tipps im Umgang mit der Thematik gab. Die von der Senatsverwaltung für Verbraucherschutz seit August 2011 eingerichtete Datenbank www.berlin.de / Stichwort: sicher-essen) auf der die bisher geprüften Unternehmen mit bis zu 80 Minuspunkten und Farbbalken gekennzeichnet werden, ist wegen ihrer geringen Transparenz in der Kritik. Die Benotung sage nichts über den Stand der betrieblichen Eigenkontrolle oder die Art der Hygieneverstöße aus, informierte der Referent die Bäckermeister. Der Bezirk Pankow, bekannter Vorreiter in Sachen öffentlicher Ekelliste, ist deshalb inzwischen sogar zu seinem Smiley-System zurückgekehrt. Zudem werden hier ab Januar 2012 verstärkt auch Bäckereien und Lebensmittelgeschäfte ins Visier genommen. Dr. Basikow erläuterte den Innungsmitgliedern die Prüfungsschwerpunkte. Oberste Priorität haben neben der Produkthygiene und Rezepturangabe auch der Nachweis von Lieferscheinen, die täglich aktuellen Temperaturlisten, Reinigungspläne, Mitarbeiter-Schulungsprotokolle, Personalhygiene und ggf. die Schädlingsbekämpfung. Wichtig sei, so der Experte, dass auch die Angestellten aktiv mit in den täglichen HACCP-Prozess eingebunden bzw. informiert sind. „Jeder Beschäftigte muss wissen, wo die verlangten Unterlagen wie Lieferscheine und Hygienepläne aufbewahrt werden“, betonte Dr. Basikow. Die Behörden seien zwar angehalten mit Augenmaß zu kontrollieren, doch in Berlin gebe es 12 Bezirke – damit auch 12 Meinungen. In seinem anschließenden Rechenschaftsbericht skizzierte Obermeister die Entwicklung der Zunft. Von den 170 in der Handwerksrolle eingetragenen Berliner Bäckereien sind 104 Betriebe Mitglied der . Das entspricht einem Organisationsgrad von 61 Prozent. Die vorläufige Aussetzung der berlinweiten Einführung der Hygieneampel für Bäckereien bezeichnete er als wichtigste Aktivität der Innung, die diesbezüglich gemäß der Absprache mit dem neu gewählten Senat für ein einheitliches Handeln der Verwaltung plädiert. Mit den regelmäßigen Brot-, Brötchen- und Stollenprüfungen konnte das Bäckerhandwerk viele Verbraucher überzeugen. „Diese Qualitätstests sind ein wichtiger, weil imagefördernder Bestandteil unserer Innungsarbeit“, betonte Obermeister Blauert. Das 2005 eingeführte Qualitätsmarkenzeichen der Handwerksbäckereien bleibt die regelmäßige Zertifizierung der Betriebe mit der „Goldenen Brezel“. Das Prädikat gilt als wichtige Kundeninformation für hochwertige Backwarenqualität.

Rund 90 Teilnehmer zeigen großes Interesse an den Themen der dritten
Hygiene-Fachtagung des Bäckerinnungsverbands.
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