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Baden & Württemberg
Bäckerinnung Bruchsal mit aktuellen Themen und Freisprechungsfeier
Ubstadt-Weiher (p). Das Bruchsaler Bäckerhandwerk rechnet mit einem moderaten Preisanstieg. Ohne Preisanpassung werde es künftig aber nicht gehen, betonte Obermeister Heinz Österle bei der sehr gut besuchten Generalversammlung mit Freisprechungsfeier. Zwar habe die Branche im letzten Jahr bundesweit ihre Umsätze mit rund 12 Milliarden Euro halten und in den drei Quartalen 2007 sogar um 2 Prozent leicht steigern können, durch steigende zentrale Preisbildungsfaktoren nehme der Druck auf die Bäckereibetriebe aber weiter zu, stellte der Bruchsaler Innungschef klar heraus. Wie Obermeister Heinz Österle weiter berichtete, sind u. a. die gestiegenen Heizöl- und Strompreise, die erhöhten Mehlpreise und Frachtkosten die wesentlichsten Preistreiber.
In diesem Zusammenhang führte Heinz Österle aus, dass für die Preiskalkulation ausschließlich jeder einzelne Betriebsinhaber selbst verantwortlich sei. Mehr als die Hälfte der deutschen Verbraucher seien im Übrigen der Ansicht, dass durch Discountpreise im Lebensmittelhandel die Produktqualität abnehme. Obermeister Österle leitete daraus den Schluss ab, dass das Thema Lebensmittelqualität stärker kommuniziert werden müsse.
Der Geschäftsführer der Bäckerinnung Bruchsal, Wolfgang Mößner, ging in seiner Eigenschaft als Bundesvorstandsmitglied der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) auf aktuelle Tagesfragen ein und erwähnte eingangs, dass sich Deutschland in den vergangenen Monaten zum Wachstumsmotor Europas gemausert habe. Trotzdem würden zahlreiche offene Baustellen auf eine zügige Lösung warten. Die MIT fordere eine unternehmensfreundliche Erbschaftsteuer, eine Reform der gesetzlichen Unfallversicherung, welche ihren Namen auch verdiene, sowie mehr Mut für eine Entbürokratisierung des Arbeitsrechts, eine Flexibilisierung der Sozialsysteme und eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge.
Die Geschäftsführerin des Bäckerinnungsverbandes Baden, Ute Sagebiel-Hannich, referierte anschließend über die Zusatzstoffkennzeichnung bei loser Ware und Fertigpackungen sowie über Neues aus dem Arbeitsrecht. Auch sprach die Referentin die Zusammenlegung der Gefahrklassen Produktion, Verkauf und Vertrieb bei der Berufsgenossenschaft Nahrung und Gaststätten zu einer einheitlichen Gefahrklasse 5,2 ab dem Jahre 2009 an, was dazu führen werde, dass es für einige Betriebe zu Beitragssteigerungen kommen wird.
Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Freisprechungsfeier. Der stellvertretende Obermeister der Bäckerinnung Bruchsal, Thomas Fabry, gratulierte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses den jungen Menschen zum richtigen Entschluss, das Bäckerhandwerk mit großem Erfolg erlernt zu haben. Er rief die Gesellen und Verkäuferinnen ferner dazu auf, sich ständig weiter zu bilden.
Obermeister Heinz Österle gratulierte den Freigesprochenen zu ihrem Durchhaltevermögen sowie zur bestandenen Gesellenprüfung. Hocherfreut konnte er Patrick Köhler aus Ubstadt-Weiher vom Ausbildungsbetrieb Alfred Hecker aus Graben-Neudorf im Beruf Bäcker als 1. Kammersieger und sogar als 2. Landessieger von Baden-Württemberg zu diesem großartigen Erfolg beglückwünschen.
Über das Thema Energieeinsparung informierte der Betriebsberater des Bäckerinnungsverbandes Baden, Ernst Schwefel. Er stellte heraus, dass Strom seit 2002 um 60 Prozent teurer geworden sei, auch der Öl- und Gaspreis würde weiter steigen. Um Kosten zu reduzieren, müsse also deutlich weniger Energie verbraucht werden. Dies könne seitens der Bäckereien durch moderne Brenner, Nutzung der Backofen-Abwärme zur Warmwasserbereitung sowie durch optimale Kälteanlagen erreicht werden.
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