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Ernährung zwischen Sättigung und sozialem Anspruch

Verbände fordern Ernährung als Wertschöpfung. (Quelle: Shutterstock/kram9)+Zur Fotostrecke
Verbände fordern Ernährung als Wertschöpfung. (Quelle: Shutterstock/kram9)

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Vereine und Verbände appellieren auf einer Tagung an die Politik, eine Ernährungswende zu fördern

Hessen Fulda (abz). „Wie essen wir morgen?“ Dieser Frage sind die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL), Demeter und Slow Food Deutschland auf einer gemeinsamen Tagung in Fulda nachgegangen.

Friedbert Förster von der Münchner Bäckerei Hofpfisterei antwortete, dass „wir uns entweder jetzt für eine Ernährungswende entscheiden oder die Natur ohne uns auskommt“.

Hersteller von Bio-Lebensmitteln wirtschafteten zwar nachhaltig, allerdings könne die deutsche Biobranche ihre Marktanteile nicht in dem Tempo steigern, wie Umweltprobleme zunehmen. Laut Jasmin Peschke vom Schweizer Goetheanum ist es wichtig, Menschen mehr zu bieten als das stupide Studieren von Nährwerttabellen. „Wertschöpfung hört nicht beim Produkt auf, sondern die Kette reicht vom Acker auf den Teller zur Tischgemeinschaft“, so Peschke. Auch eine gemeinsame Mahlzeit schöpfe Wert. Im Zentrum stehe immer der Mensch.

„Diese Elitediskussionen nützen jedoch nichts, wenn wir nach wie vor in einer Zweiklassengesellschaft leben“, sagte Lotte Rose von Slow Food Deutschland. „Es ist von Menschen, die erleben, nichts wert zu sein, sehr viel verlangt, sich auch noch Gedanken über eine Ernährungswende machen zu sollen. Deswegen müssen wir auch für soziale Gerechtigkeit kämpfen.“

Für die Wirtschaft bedeute dies, auch kleine und mittelständische Bio-Betriebe mit engagierten Mitarbeitern zu fördern und optimale Betriebsgrößen zu finden, die auch bei größeren Mengen das Handwerkliche erhalten, ergänzte Isabell Hildermann von der Spielberger Mühle, die zugleich Aufsichtsrätin von Demeter ist.

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