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Erfolg im Zeichen der Brezel

Brezeln satt: Rita und Thomas Frank mit dem Aushängeschild ihres Unternehmens in Stuttgart-Bad-Cannstatt. (Quelle: Wolf)+
Brezeln satt: Rita und Thomas Frank mit dem Aushängeschild ihres Unternehmens in Stuttgart-Bad-Cannstatt. (Quelle: Wolf)

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Brezel-Frank hebt sich von der Massenware ab – und setzt seit Jahrzehnten auf das schwäbische Original

Von Reinald Wolf

Baden & Württemberg Stuttgart „Berliner sind super, ich war im siebten Himmel, als ich sie gegessen habe.“ Artig bedankt sich Rita Frank (58) für dieses überschwängliche Lob einer ihrer zahlreichen Stammkunden. Klar freut sie sich, dass auch die Berliner ankommen – obwohl die als Saisongebäck bei der Bäckerei Brezel-Frank nur eine Nebenrolle spielen.

Die schwäbische Brezel

ist in aller Munde

Denn das Aushängeschild des Stuttgarter Traditionsunternehmens (seit 1920) mit Sitz gegenüber dem Mineralbad Cannstatt ist – die . Und die ist seit einem Bericht in der örtlichen Presse im Gespräch. Mit negativer Schlagzeile und positivem Beigeschmack – zumindest für Brezel-Frank und einige Kollegen.

„Brezel vor dem Aus“ hat eine rege Diskussion auf Facebook ausgelöst. Fazit: Was heute an Brezeln angeboten werde, habe nichts mehr mit Brezeln zu tun. Und überhaupt werde nur noch mit Backmischungen gearbeitet und aufgebacken.

„Der Bauch dick und weich,

die Ärmchen dünn und knusprig“

Thomas Frank (68) ficht das nicht an. Der Inhaber der kleinen Bäckerei mit drei Filialen findet es zwar bedauerlich, dass die Branche so ins Gerede kommt. „Aber es ist gut, wenn man positiv im Gespräch bleibt.“ Allerdings sollte man sich auch positiv von anderen abheben.

Das trifft bei Frank offenbar zu. Speziell mit Blick auf die klassische schwäbische Brezel: „Der Bauch muss dick und weich sein, die Ärmchen müssen dünn und knusprig sein“, skizziert Frank die wesentlichen Merkmale, die bei seinen Brezeln gegeben sind.

Einen Brezelschlingautomaten hat er nicht im Einsatz. „Obwohl sich das bei unserer Menge lohnen würde. Aber das würde mit unseren Teigen nicht funktionieren.“

So sind jede Nacht ab 1 Uhr zwei bis drei Bäcker damit beschäftigt, mehr als 4000 Brezeln zu schlingen, um damit bei einem Stückpreis von 75 Cent einen Großteil des Umsatzes zu machen. Unter anderem auch mit einem Caterer, der eine größere Menge abnimmt und auf den Frank-Brezeln besteht.

Brezelkörble als

zusätzliche Umsatzbringer

Ein weiterer Absatzkanal sind die drei „Brezelkörble“, die Frank auf der Stuttgarter Königsstraße betreibt – quasi als zusätzliche Filialen. Rund die Hälfte des Umsatzes mit macht die Bäckerei mit diesen kleinen Verkaufshäuschen in 1A-Lauflage auf der Flaniermeile der Landeshauptstadt.

„Wir haben das Brezelkörble-Konzept 2002 für viel Geld übernommen. Aber es hat sich gelohnt“, sagt Thomas Frank.

Zumal er dort neben seinem Aushängeschild auch Snacks anbieten darf. „Allerdings nur auf der Basis von Laugengebäck. Das sind die Auflagen der Stadt. Ansonsten genießen wir mit den Brezelkörble praktisch Denkmalschutz.“


Lesen Sie hierzu folgende Bücher


  • Snacks
    Werner Kräling | Jürgen Rieber

    Snacks

    Das Spektrum der Snacks ist riesig: Belegte Brötchen, Brote, Sandwiches, Bagels, Seelen, Waffeln, Muffins, Fladenbrote, gebackene Snacks, Panini, Pizza, Strudel, Zwiebelkuchen, Quiches, Flammkuchen und kleine Gerichte.

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Laugengebäck dient als Basis für innovative Snack-Ideen.
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