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Ein Lotse geht von Bord

Mit 65 Jahren ist Franz Schmitz in den Ruhestand getreten. +
Mit 65 Jahren ist Franz Schmitz in den Ruhestand getreten.

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Bäko Saar-Pfalz verabschiedet Franz Schmitz

Ensdorf/Saar (gal). Bäckermeister Franz Schmitz und seine Frau Anneliese, geborene Ochs, sind mit 65 Jahren – (Schmitz: „Wie es sich gehört.“) – in den Ruhestand getreten. Das bedeutete zugleich für die Gemeinde im Landkreis Saarlouis das Ende einer alteingesessenen Institution. Franz Schmitz Senior gründete 1927 die Bäckerei Schmitz in Ensdorf. Er entstammt einer Bäckerdynastie in der Eifel; seit 118 Jahren besteht die Bäckerei der Familie in Daleiden im Dreiländereck bei Luxemburg und Belgien.

Franz Schmitz Junior erblickte 1939 im Lutherhaus zu Eisenach das Licht der Welt. Dorthin war die Familie während des Krieges evakuiert worden. 1953 ging er in der Bäckerei seines Vaters in die Lehre und legte 1957 die Gesellenprüfung als Landesbester ab. Zusätzlich absolvierte er eine Konditoreifachschule in Stuttgart und brachte infolge dessen schwäbische Spezialitäten an die Saar. 1959 erwarb er als 20-Jähriger, damals Jüngster seines Fachs, den Meisterbrief. 1965 übernahm er vom Vater, der noch bis zu seinem Tod 1970 mit arbeitete, die Betriebsführung. 50 bis 60 Lehrlinge, Verkäuferinnen und Bäcker, hat Schmitz ausbildet. 30 Jahre war er in den Gremien der Bäko aktiv, davon 20 Jahre im Aufsichtsrat. Während dieser Zeit kam es zu zwei wichtigen Fusionen: Die Bäko Saarlouis und Völklingen fusionierten zur Bäko Westsaar, welche sich später zusammen mit der Bäko Ostsaar zur Bäko Saar-Pfalz zusammenschloss. Dort war Schmitz zuletzt Vorstandsvorsitzender.

Unlängst wurde er bei der Handwerkskammer in Saarbrücken von der Bäko verabschiedet und mit dem Ehrenzeichen des Deutschen Genossenschaftsverbandes, benannt nach den Gründervätern Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, ausgezeichnet. Während der Feierstunde sagte Schmitz: „Für mich standen immer die menschlichen Kontakte im Vordergrund, die durch die verschiedenen Tätigkeiten entstanden sind. Aus ihnen sind etliche Freundschaften geworden.“

Schmitz hatte außerdem 13 Jahre lang einen Sitz im Aufsichtsrat der Bäko Südwestdeutschland inne. Der Bäckermeister befindet heute: „Der Gemeinschaftsgedanke leidet, weil sich der Wettbewerb verschärft hat. Das ist eine Tatsache. Besonders ruinös ist die immer weiter steigende Rabattgewährung an Wiederverkäufer.“

Von dem Tag, als er mit seiner Frau Anneliese zum allerletzten Mal im Laden stand, erzählt er: „Ein paar Kunden haben laut geheult.“ In der Bäckerei Schmitz nahm man Anteil am Leben der Ensdorfer Familien.

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