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Druck durch Öffnungszeiten

Bäcker Karl Gräf (vorn) und seine Handwerkskollegen nehmen im Gespräch mit den Landtagsabgeordneten Petra
Guttenberger und Horst Arnold (hinten, von links) kein Blatt vor den Mund.  (Quelle: Buchmann)+
Bäcker Karl Gräf (vorn) und seine Handwerkskollegen nehmen im Gespräch mit den Landtagsabgeordneten Petra Guttenberger und Horst Arnold (hinten, von links) kein Blatt vor den Mund. (Quelle: Buchmann)

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Fürther Bäcker schildern Abgeordneten ihre Probleme / Massive Kosten belasten Mittelstand

Bayern Dass das neue bayerische Landesentwicklungsprogramm Kommunalparlamenten erlaube, Supermärkte bis 1200 m² Fläche zu genehmigen, kritisiert Karl Gräf, Vorstandsmitglied der Bäckerinnung Fürth. Bei einem „Round-Table-Gespräch“ mit örtlichen Landtagsabgeordneten, das die Kreishandwerkerschaft organisiert hatte, warnte er: „So bluten die Dörfer weiter aus, das Betriebssterben geht weiter!“ Hinzu komme noch der Druck durch immer längere Öffnungszeiten, dem die handwerklichen Bäckereien ausgesetzt seien. Dieser Entwicklung, die Handelsketten, Back- und Tankshops fördern, seien die Bäcker ausgeliefert. Die Bäckerinnung hat heute noch 26 Mitglieder.

Von Auswüchsen der Bürokratie über Schwarzarbeit bis zu Subventionen nur für die „Großen“: Die Chance, den Mandatsträgern Petra Guttenberger von der CSU und Horst Arnold von der SPD die Probleme ihrer Branche zu schildern, nutzten gut ein Dutzend Handwerksmeister. Die Befürchtung eines Kollegen, die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen (2500 Euro/Jahr) solle wieder gestrichen werden, konnten die Politiker nicht bestätigen. Den Vorschlag, einen größeren Betrag auf mehrere Jahre verteilen zu können, würden beide unterstützen. „Wir finden keine Bewerber mehr für Lehrstellen“, klagten bei der von KHS-Geschäftsführer Thomas Mörtel moderierten Runde nicht nur Vertreter aus dem Bausektor. Kein Wunder, wenn sogar Lehrer den Schülern von einer Handwerkslehre abraten.

„Die Politik muss aufpassen: Bei uns staut sich Wut auf!“, warnte Jürgen Grötsch, stellv. Obermeister der Fleischerinnung. Er kritisierte, dass beispielsweise die Sozialversicherungsbeiträge die Betriebe massiv belasteten; finanzielle Erleichterungen für den gebe es nie – 10 Mrd. Euro für Zypern aber würden locker „durchgewinkt“. Er schlug eine um einen Monat längere Abrechnungsfrist für Kleinbetriebe mit 20- bis 40.000 Euro Sozialversicherungsbeiträgen vor.

Horst Arnold kündigte an, gemeinsam mit dem Handwerk die Probleme anzugehen. Themen wie gesunde Ernährung durch regionale Produkte müssten schon in der Schule vermittelt werden. Problem sei wohl die Fixierung der Verbraucher auf Billigpreise. Petra Guttenberger appellierte, in der Ausbildungsleistung nicht nachzulassen. Das Handwerk stelle bundesweit 14 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, in Fürth seien es 9000 Mitarbeiter in 1580 Betrieben.

Alles im Griff: Heiko Koch vor seinem Laden, an den sich die Produktionshalle anschließt.
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