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Diese Reise ist eine Abfolge von Zufällen

Wanderer (v. l.): Bäckerin Julia, Bäcker und Konditor Falk sowie die Konditorinnen Tabea und Ruth. (Quelle: Filzek-Schwab)+
Wanderer (v. l.): Bäckerin Julia, Bäcker und Konditor Falk sowie die Konditorinnen Tabea und Ruth. (Quelle: Filzek-Schwab)

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Von Astrid Filzek-Schwab

Bayern Dachau Es gibt sie noch, die auf der . Auch oder Konditoren gehen auf Wanderschaft. Einmal pro Jahr gibt es ein „Viktualientreffen“ der reisenden Lebensmittelhandwerker: „Man reist, um zu arbeiten, und arbeitet, um zu reisen“, erklärt Bäckerin Julia.

Sie ist seit drei Jahren unterwegs – von ihrem Heimatort bei Hannover kreuz und quer durch Deutschland und Europa. Die Zusammenkunft in Dachau hat die freie Konditorin Ruth organisiert. Schwerpunkt des Treffens war der Zucker – die Gesellen besuchten ein Zucker-Seminar in der Münchner Berufs- und Meisterschule der Konditoren.

Kein Geld für

Reise und Unterkunft

Die Tradition der Walz dauert mindestens drei Jahre und einen Tag und ist 800 Jahre alt. Die Wandergesellen legen ihren Nachnamen ab, haben eine Bannmeile von 50 Kilometern um ihre Heimatadresse und dürfen für das Fortkommen und die Unterkunft kein Geld ausgeben.

Auf Wanderschaft gehen kann, wer einen Gesellenbrief hat, unter 30 Jahre alt ist, keine Schulden und Kinder hat, nicht verheiratet ist und ein „weißes“ Führungszeugnis besitzt.

Sinn der Wanderschaft ist, sich im Handwerklichen und im Zwischenmenschlichen weiterzubilden und Lebenserfahrung in jungen Jahren zu sammeln. Julia reist in einem Schacht – einer Vereinigung der Wandergesellen: „Wir heißen ,Die vereinigten Löwenbrüder & Schwestern Europas’“.

Diese Vereinigung besteht seit zwei Jahren. „Wir wollen auch moralische Werte weitergeben und achten darauf, ebenso die handwerkliche Vervollkommnung fördern“, betont die reisende Bäckerin.

Backtraditionen aus

Irland und Island

2017 war sie in Island und Irland unterwegs und hat sich mit den dortigen Backtraditionen beschäftigt. „Es gibt Ziele und manchmal auch Termine, die man sich setzt, aber eigentlich ist die Strecke ein Ergebnis aus Begegnungen und Zufällen“, erklärt die 26-Jährige.

Kontakte sind

unverzichtbar

Überall hat sie in Bäckereien oder Konditoreien gearbeitet – dafür mal den üblichen Gesellenlohn, mal Essen und Unterkunft bekommen. Aber wie für jeden Wandergesellen gilt: „Wir gehen ohne Geld los und kommen ohne Geld heim.“

Aber vor allem beim Start sind die Kontakte unverzichtbar. „In der Regel hat man einen Altgesellen, der einem zeigt, wie man klarkommt“, sagt Julia.

Falk, Bäcker und , ist seit viereinhalb Jahren auf der Walz. In Deutschland, der Schweiz und in Österreich war er. „Meine nächsten Ziele sind Dänemark und Frankreich“, erzählt der 31-Jährige.

Arbeit zu finden, könne schwierig sein: „Viele kleinere Betriebe haben nicht die Kapazitäten für einen weiteren Gesellen oder wollen diesen nicht für kurze Zeit einarbeiten.“ Maximal drei Monate darf der Wanderer in einem Betrieb bleiben.


Lesen Sie hierzu folgende Bücher


  • Flecht- und Schaugebäcke
    Helmut Mühlhäuser

    Flecht- und Schaugebäcke

    Das komplette Repertoire: von einfachen Knoten, Korb- und Gitterflechtungen über zahlreiche Mehrfachstrangzöpfe bis hin zum anspruchsvollen Schaustück.

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  • Der neue clevere Bäcker
    Bernd Kütscher

    Der neue clevere Bäcker

    Dieses Buch, das mittlerweile in der 4. und stark erweiterten Neuauflage erscheint, ist ohne Übertreibung zum echten Standardwerk geworden, das in keiner Bäckerei fehlen darf!

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  • Vegan und süß
    Bernd Siefert

    Vegan und süß

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  • Marzipan world
    Franz Ziegler

    Marzipan world

    In diesem zweisprachigen Buch (dt./engl.) zeigt Franz Ziegler mehr als je zuvor: er ist nicht nur Konditor, Patissier und Confiseur, er ist vielmehr ein Künstler und kreativer Geist.

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  • Prüfung und Praxis Bäcker/-in
    Wolfgang Mößner

    Prüfung und Praxis Bäcker/-in

    Über 400 Fragen, sowie ausführliche Antworten und Erläuterungen erleichtern eine optimale Vorbereitung für berufsqualifizierende Prüfungen im Bäckerhandwerk.

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