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Baden & Württemberg
Neue Fachschullehrer, neuer Nachwuchspreis, neues Jungunternehmerforum: Badens Bäcker engagieren sich intensiv für die Entscheider von morgen
Es klingt vielleicht altmodisch, aber das ist es nicht: „Zurück zum Bäckerstolz“, hieß das Motto der Gastgeber bei der Jahrestagung des badischen Bäckerinnungsverbandes. Die Innungen Buchen und Tauberbischofsheim hatten ins idyllische Buchen im Odenwald eingeladen. Ein Städtchen, in dem der Strukturwandel der Branche deutliche Spuren hinterlassen hat – im Ortskern gibt es nur noch einen backenden Betrieb. Ihr Motto wollten die Obermeister Oskar Breunig und Roland Rücker als Verpflichtung verstanden wissen. Als Verpflichtung für die Werte der „Zunft der Bäcker“ und die Zukunft des Handwerks zu kämpfen – und nicht zuletzt um guten Berufsnachwuchs.
Die Geschäftsführerin des Innungsverbands, Ute-Sagebiel-Hannich, hörte das gern. Sie berichtete in Buchen über neue Aus- und Fortbildungsangebote an der Bäckerfachschule. 2011 habe man begonnen, zusätzliches Lehrpersonal auf Honorarbasis zu engagieren, vor allem für Seminare und Workshops. Und es gebe Überlegungen, einen „Verkaufsleiterinnenkurs in Teilzeit“ zu konzipieren. Bereits neu im Programm festgeschrieben ist das „Jungunternehmerforum“. „Wir wollen das künftig jedes Jahr veranstalten“, sagte Sagebiel-Hannich. Zielgruppe: Nachfolger und Chefs, die erst ein paar Jahre einen Betrieb führen.
Neuer Ansporn für den Bäckernachwuchs: der Innovationspreis, den die Fachschule zu Ehren des langjährigen Landesinnungsmeisters Walter Augenstein gestiftet hat. Der Preis wurde zum ersten Mal verliehen. Augensteins Nachfolger Fritz Trefzger freute sich über die „innovativen Ideen“ der Preisträger. Ausgezeichnet wurden: die Klasse H1BA der Justus-von-Liebig-Schule in Mannheim für ihre Muffins, Ivo Küpfer von der Gewerbeschule in Lörrach für sein Brot „Kräuter-Max“ und Christian Bamberger, Berufsschüler in Bad Mergentheim, dessen Pizzataschen die Jury beeindruckten.
Wie nötig es ist, junge Menschen für den Beruf zu begeistern und zu fördern, zeigt die Statistik. „Die Zahl der Auszubildenden ist rückläufig, wenn auch auf hohem Niveau“, schilderte Fritz Trefzger. Seit 2009 weist der Trend in Baden nach unten. 2011 sank die Zahl der Lehrlinge in der Backstube gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent, im Verkauf um acht Prozent. Auch der Strukturwandel schlägt sich deutlich in Zahlen nieder: 2011 verlor der Innungsverband 33 Mitgliedsbetriebe – rund fünf Prozent. Die Umsätze der Betriebe stiegen im Schnitt leicht an. Doch unterm Strich zeichnete sich das kaum ab.
Ursache dafür waren einerseits die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise, andererseits zum Teil deutliche Lohnanpassungen, erklärte der Landesinnungsmeister. Wie geht es weiter mit dem Handwerk? Trefzger appellierte an die Kollegen, „nicht locker zu lassen“. Auf den Einsatz jedes Einzelnen komme es an, sagte er und dankte den vielen engagierten Bäckermeistern der Region. Zum Motto der Gastgeber fügte Trefzger ein anderes hinzu. Es war das Motto der in diesem Jahr erstmals veranstalteten landesweiten „Nachhaltigkeitstage“: „Ab in die Zukunft!“
