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Die Zukunft kann kommen

Kontrollieren die Qualität der Saaten: Vater Wilhelm-Heinz Kerkow und Sohn Heiko. (Quelle: Schwittay)+
Kontrollieren die Qualität der Saaten: Vater Wilhelm-Heinz Kerkow und Sohn Heiko. (Quelle: Schwittay)

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Produktentwicklung, Filialstruktur, Nachfolgeregelung: Die Bäckerei Kerkow in Stendal macht vieles richtig

Von Herbert Schwittay

Sachsen-Anhalt Stendal „Das Handwerk steht bei uns obenan. Und das zieht sich durch das gesamte Sortiment.“ Schon der Vater von Wilhelm-Heinz hat in seiner Bäckerei-Konditorei an diesem Versprechen festgehalten. Auch mit 96 Mitarbeitern und 18 Filialen will sich der Firmenchef heute nicht das Image einer „Großbäckerei“ aufdrücken lassen.

Wilhelm-Heinz Kerkow, Konditormeister und Sohn Heiko (40) als Bäckermeister sind die Macher der in dritter Generation geführten Stendaler Familienbäckerei.

Investition zur Sicherung

der Weiterentwicklung

Während sich der Firmenchef mit 69 Jahren überwiegend administrativen Geschäften widmet, dirigiert der Sohn in der Backstube. Im nächsten Jahr wird er als mitverantwortlicher Geschäftsführer in die Führungsriege aufsteigen.

Der heutige Standort in guter Gewerbelage der Stadt wurde vom Vater 1996 mit hoher Investition komplett neu gebaut. Produktion und Verwaltung sind dort untergebracht. Erforderlich wurde dies, da für die schon damals sechs bestehenden Filialen eine wirtschaftliche Weiterentwicklung mit den vorhandenen Kapazitäten am ehemaligen Standort nicht mehr ausreichend abgesichert war.

Die der Teige gehört zum täglichen Standard in der Bäckerei. „Eine Sauerteiganlage haben wir erst gar nicht angeschafft.“

Deutlich erkennbar macht das ein Blick in die Abteilung, wo Brötchen produziert werden. Dort arbeitet der Pakistani Muhammad Rizwan Aziz, im Unternehmen liebevoll der „Brötchenmann“ genannt. Der Produktionshelfer kam als ungelernte Kraft in das Unternehmen und hat sich im Laufe der Jahre diese Position erarbeitet.

Das durchgängige

Prinzip der Handarbeit

Bis 12 Uhr werden hier die Teiglinge für die Schnittbrötchen über Langzeitführung vorbereitet und bis zur Auslieferung am nächsten Tag im gegarten Zustand gelagert. Alle Spezialbrötchen, wie Dinkel-Honig oder Laugengebäcke, entstehen zum Teil fertig gebacken in der Zentrale und werden dann an die einzelnen Standorte geliefert und dort fertig gebacken.

Auch bei der Brotherstellung gilt das Prinzip der . Spezialbrote wie das „Dicke“, Vollkorn- oder Kartoffelbrot werden per Hand aufgearbeitet und geschnitten. Wilhelm-Heinz Kerkow: „Im gesamten Verarbeitungsprozess der Produkte benutzen wir praktisch keine Vormischungen als Zutaten.“

Nähe zu Discountern

bringt Kundschaft

In einigen Filialen führt der Weg vom Discounter fußläufig direkt an den Verkaufsbereichen der Bäckerei vorbei. „Da müssen die Kunden zwangsläufig bei uns vorbei. Das macht sich deutlich beim Umsatz bemerkbar.“ Für jede Filiale sei die Anpassung ans Umfeld sehr wichtig. „Wir nennen das einen Erlebnischarakter.“

Das neueste Objekt entstand vor einem halben Jahr in Kalbe. Mit 60 Sitzplätzen ist es das bisher größte Café. Es gibt, ebenso wie im Café in Tangerhütte, zwischen 7 und 11 Uhr einen Sonntagsverkauf. Zusätzlich ist das Haus in Kalbe während des Kaffeegeschäfts von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. „Wirtschaftlich haben sich die beiden Standorte bestens stabilisiert“, sagt Heiko Kerkow.

Der Snackbereich hat daran einen entscheidenden Anteil. Alle Angebote beschränken sich aber auf einen klassischen Bäckersnack mit belegten Brötchen, Baguettes und auf Wunsch auch mit einer Bockwurst. „Wir sehen darin eine klassische Verbindung zu unseren Produkten“, so Heiko Kerkow.

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