ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Die Zukunft bleibt bei Fallands Familiensache

Bettina und Stefan Falland führen die Bäckerei ihrer Eltern weiter, auch mit einem breiten Snackangebot. (Quelle: Mewes)+
Bettina und Stefan Falland führen die Bäckerei ihrer Eltern weiter, auch mit einem breiten Snackangebot. (Quelle: Mewes)

Weitere Artikel zu


Bruder und Schwester führen die Tradition einer Bäckerei in Leipzig fort, die auf eine breit aufgestellte Stabilität setzt

Von Petra Mewes

Sachsen Leipzig „Die Schulschnitten sind geil!“ Die zwei Schülerinnen vor der Auslage wissen bereits, was gut schmeckt, und wählen von den mit Käse, Salat, Tomate und Salami oder Schinken belegten Broten ihre Favoriten.

Bettina Falland (44) freut sich darüber, zeigt es doch, dass das Angebot gut auf die umliegenden Schulen, Büros und Anwohner abgestimmt ist. Die Entscheidung für den Standort Eutritzscher Straße im Zentrum-Nord war sicher auch richtig, denn der 1970 im Leipziger Westen gegründete Familienbetrieb hat einige Umzüge hinter sich.

Den Meister unter

Zeitdruck gemacht

In diesen Jahren hatte Bettinas Bruder Stefan (39) seinen Gesellen- und bereits 2002 als damals jüngster Bäcker in Sachsen den Meisterbrief erworben. „Die Zeit drängte, da unser Vater aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten und sich dann ganz aus der Backstube zurückziehen musste“, erinnert er sich.

2012 eröffneten die Geschwister eine zweite Verkaufsstelle in der Südvorstadt, Ende 2013 gründeten sie die Feinbäckerei Falland UG.

Die Geschwister sind Gesellschafter zu gleichen Teilen mit Stefan als Geschäftsführer. Die Aufgaben sind laut Bettina Falland klar verteilt: „Er leitet die Backstube, ich kümmere mich um Organisation und Einkauf, das Personal und den Imbiss.“

Vielseitig talentiert erledigt sie alles, was anfällt bis hin zur Bearbeitung von Bestellungen für Torten und Kaffeeschüsseln. Die Verwaltungsarbeit teilt sie sich mit Schwägerin Anett, Stefans Ehefrau.

Die Gründung der Falland UG bedeutete für beide einen Meilenstein in ihrer Entwicklung. Waren vorher immer noch die Eltern da, sind sie seitdem auf sich gestellt und allein verantwortlich. Im Gegenzug bedeutet es, völlig frei die eigenen Ideen umsetzen zu können. Das individuelle einschließlich der hellen Farbgebung hat Bettina selbst entwickelt.

Kreativität senkt

Investitionskosten

Um die Investitionskosten überschaubar zu halten, wurde die Ladentheke aus den 1990er-Jahren mit hellem Holz verkleidet und ebenso gestaltet wie die halbhohen Wandpaneele im Gastraum sowie die Brotregale.

Dort liegen glänzende Laibe: Besonders beliebt sind reines Roggenvollkorn- und Walnussbrot sowie Korn-an-Korn aus Roggenbrotteig mit eingeweichten Getreidekörnen, deren Fermentation es nahezu glutenfrei werden lässt. Zwölf Sorten haben die Bäcker im Programm, sechs bis sieben davon täglich im Angebot.

Auf der süßen Strecke setzen Fallands vor allem auf traditionelle Mohn-, Kirsch- und Kirmeskuchen sowie Eierschecke und Quark-Blätterteig. „Was unsere Eltern gebacken haben, machen wir auch“, sagt Stefan Falland, der die bewährten Rezepturen übernommen und um einige neue ergänzt hat. Darunter Buchteln, die jeden Tag eine andere Füllung erhalten.

Lieferungen an

Großabnehmer

Zu den 14 Angestellten (plus zwei Aushilfen) gehören auch zwei Azubis, die mit dafür sorgen, dass nicht nur die Kunden in den zwei Filialen, sondern auch Großabnehmer in Hotels, Kitas und Lebensmittelgeschäften ihre Ware erhalten.

Ihre Ziele formulieren Bettina und Stefan Falland gemeinsam: „Wir wollen als Handwerksbäckerei präsent blieben, nicht expandieren, aber stabil sein.“

Weitere Artikel aus Regional vom 17.02.2018:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel