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Themenkanal Kennzeichnungspflicht

Die Kladde ist die Lösung

Daniel Schneider (links) und Martin Martensen (rechts) sind offen für Innovationen im Handwerk.  (Quelle: Hönig)+Zur Fotostrecke
Daniel Schneider (links) und Martin Martensen (rechts) sind offen für Innovationen im Handwerk. (Quelle: Hönig)

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Allergen-Kennzeichnung ist Thema bei der Innung Nord / Heiko Koch als stellvertretender Obermeister gewählt

Schleswig-Holstein Über mangelndes Interesse konnte sich Obermeister Martin Martensen auf der der Innung nicht beschweren. Mehr als 100 Personen waren der Einladung gefolgt. Auf der Tagesordnung stand nach der Versammlung der Vortrag Daniel Schneiders vom Zentralverband zum Thema „Allergeninformation-Kennzeichnung und Allergenmanagement“.

Ab dem 13. Dezember 2014 müssen Allergene auch bei loser Ware gekennzeichnet werden. Wie das für Deutschland aussehen soll – darüber hätte Referent Daniel Schneider seine Zuhörer auf der Versammlung der Innung Nord gerne verbindlich informiert, aber: „Die Entscheidung für das neue nationale Gesetz ist zum vierten Mal verschoben worden“, sagte er, „auf Ende Mai.“ Lose Ware in der Bäckerei, darunter versteht die EU-Verordnung nicht nur Brote, Brötchen und Kleingebäck, die der Kunde an der Ladentheke kauft, die Regeln sollen auch für vorverpackte Lebensmittel gelten, zum Beispiel für frische Snacks. Hier sollen laut EU-Verordnung die Allergene im Zutatenverzeichnis auf der Ware erscheinen, deutlich hervorgehoben. Bezeichnet wird der Stoff, nicht der Allergie auslösende Bestandteil, man schreibt zum Beispiel Weizen und nicht Gluten.

Mit der losen Ware gestaltet es sich schwierig. Die Information durch das Verkaufspersonal reicht nicht. „Wir halten die Kladdenlösung für das Maß der Dinge“, sagte Schneider. Diese Form ermögliche es jedem Betrieb, seine individuelle Lösung mit geringem Aufwand umzusetzen. Bisherige Formblätter für Zusatzstoffe könnten durch eine zusätzliche Spalte Allergene ergänzt werden. Hinzu käme ein Aushang an gut sichtbarer Stelle im Verkaufslokal, der über das Thema informiert und auf die Kladde hinweist.

Die Information über die Allergene in den Rohstoffen bekommt der Bäcker über Produktspezifikationsblätter oder Software wie Backbüro oder Datenlink, führte Daniel Schneider aus. Die geeignete Software für die seien beispielsweise die Programme Backbüro und Allergenis. „Zum Abschluss ein Denkanstoß“, sagte Referent Schneider: „Bieten Sie doch einmal ein Allergiker-Produkt an und bewerben sie es. So nutzen Sie das Thema für sich positiv.“

Zahlen, Namen und Fakten: 162 der insgesamt 215 Innungsbetriebe gehören zur Innung Nord. Das sind zwölf weniger als 2013 und 40 weniger als noch 2009. So berichtete Martin Martensen in seinem Obermeister-Bericht. Gründe für den Rückgang seien zum Beispiel gestiegene Kosten: bei der Energie, bei den Rohstoffen und beim Personal. Und die Personalkosten steigen weiter: Tarifverhandlungen planen ab 2015 den Mindestlohn ein und laut Tarifvertrag werden die Löhne zum 1.6.2014 um 1,6 Prozent erhöht.

Lehrlingswart Claus Zingelmann berichtete von stark sinkenden Azubi-Zahlen, insbesondere bei den Bäckern und appellierte an seine Kollegen, die Qualität der Ausbildung zu verbessern. Die Handwerkskammer hätte Beschwerden von Azubis bekommen.

Für ein Jahr ins Amt gewählt wurden Heiko Koch als stellvertretender Obermeister und Beisitzer Jochen Drews.

Brennpunkt Ausbildung: Der Landesverband kündigt stärkeres Engagement an.
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