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Wissbegierig und lernfähig: Gila Gräbnitz (19) ist eine Auszubildende, die weiß, was sie will. (Quelle: Schwittay)+
Wissbegierig und lernfähig: Gila Gräbnitz (19) ist eine Auszubildende, die weiß, was sie will. (Quelle: Schwittay)

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Ulf Grünberg hat mit Gila Gräbnitz eine Auszubildende gefunden, die mit Einsatz und Auffassungsgabe überzeugt

Von Herbert Schwittay

Brandenburg LENZEN „Ja, wir bilden aus.“ Zu dieser Aussage steht Bäcker- und Konditormeister Ulf Grünberg schon seit Jahren. Allerdings mittlerweile mit rückläufiger Tendenz. Umso mehr ist der 40-Jährige glücklich über Gila Gräbnitz.

Die hat sich vor einigen Monaten zu einer zur Konditorin entschlossen und sich bei ihm beworben. „Ich hätte mir nie vorstellen können, jeden Tag am Schreibtisch zu sitzen. Deshalb habe ich etwas Kreatives gewählt.“

Familiäre

Vorbelastung

Aber warum musste es gerade ein Beruf sein, bei dem man viele Einschränkungen in Kauf nehmen muss und immer dann arbeitet, wenn andere schlafen? „Ich bin ein wenig vorbelastet. Zum einen habe ich zu Hause schon immer gern gebacken, und mein Onkel ist seit über 30 Jahren in einer Bäckerei beschäftigt.“

Der Weg in das Familienunternehmen Grünberg ist der 19-Jährigen leicht gefallen, „denn ich wollte keinesfalls in einer Großbäckerei am Fließband stehen und jeden Tag die gleichen Handgriffe machen.“

Denn in solch eine hatte sie in Berlin während eines Praktikums reingeschaut. „Furchtbar“ ist das einzige Wort, das sie dafür findet.

Bei Ulf Grünberg hat sie sich vom ersten Tag an wohl gefühlt. „Ein tolles Team. Und hier war ich sofort in die Arbeit integriert und nicht einfach nur der Lehrling.“

Die erste Auszubildende

hat der Chef später geheiratet

Bei Grünberg hat bisher nur eine junge Dame den Weg zur Konditorin eingeschlagen. Das war von 2007 bis 2009 Annemarie.

Die gelernte Köchin entschloss sich für das Konditorenhandwerk. Und Ulf Grünberg konnte ihr nach der Ausbildung sogar eine „Weiterbeschäftigung“ garantieren: Er hat sie geheiratet.

Mit abgeschlossenem Abitur hätte Gila Gräbnitz eigentlich nur zwei Jahre lernen müssen. „Ich habe mich bewusst für die längere Variante entschieden. Das Grundlagenwissen im ersten Jahr könnte mir später bei den Prüfungen fehlen.“

Obwohl noch recht jung, hat sie bereits klare Vorstellungen, in welche Richtung ihr Berufsweg einmal gehen soll: Ein weiterer Berufszweig könnte der Chocolatier sein. „Aber die Grundvoraussetzung ist auf jeden Fall der Konditor.“ Samt Meisterbrief und später eigenem Café.

Umzug zur Vermeidung

langer Arbeitswege

Das frühe Aufstehen um 1 Uhr macht ihr nichts aus. 60 Minuten später geht es in die Backstube, und der „Arbeitstag“ beginnt. Um davor nicht noch lange Zeit im Auto verbringen zu müssen, ist sie auch direkt nach Lenzen gezogen. „Das macht viele Dinge leichter.“

Schule mit

Familienanschluss

Gute Bedingungen hat sie auch bei der einen Woche Schule im Monat in Brandenburg. „Schön, dass ich in der Stadt Verwandte habe“, sagt sie.

Ulf Grünberg bescheinigt seinem Azubi eine hohe Aufnahmefähigkeit. „Ich spüre, dass hier wirklich jemand bereit ist, viel zu lernen und Perfektion erlangen möchte.“


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