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Das „Wir“ von der Blumenwiese

Café und Theke mit Front Cooking-Bereich. (Quelle: Treiber)+
Café und Theke mit Front Cooking-Bereich. (Quelle: Treiber)

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Für den Familienbetrieb Visel ist Nachhaltigkeit mehr als das Grün der Umgebung

Von Iris Treiber

Baden & Württemberg Stutensee-Blankenloch „Das Brot sind wir!“, lautet der Firmenspruch des Familienunternehmens Bäckerei-Konditorei Visel GmbH in Stutensee-Blankenloch nahe Karlsruhe. „Wir“, das sind viele.

Bäckermeister und Betriebswirt des Handwerks Emrich Visel (57) leitet die Backstube, Konditormeister Jürgen Visel (55) die Konditorei-Backstube, in der auch alle Snacks zentral mit Hilfe einer Brötchen-Aufschneidemaschine hergestellt werden. Außerdem managt er den Fuhrpark mit vier Sprintern. Die Brüder sind seit 1987 gleichberechtigte Geschäftsführer.

Lob für die Familie

vom „Mädchen für alles“

Emrich Visels Ehefrau Sonja führt die sieben Filialen in Karlsruhe und das Personalwesen. 90Personen arbeiten dort, 20 in den Backstuben. Tochter, Bäckermeisterin und Betriebswirtin des Handwerks Kim-Saskia Visel (29) managt Ladengeschäft und Café am Hauptsitz. Jürgen Visels Sohn Johannes (29) ist Konditormeister.

„Die Familie bekommt die Zusammenarbeit hin, wie es wenige gleichberechtigt schaffen“, sagt Bäcker Rainer Scheyhing, der seit Jahrzehnten als „Mädchen für alles“, wie er es ausdrückt, und als „Assistent der Geschäftsleitung“, wie es Jürgen Visel nennt, im Betrieb arbeitet. „Wenn so viele an einem Tisch sitzen, muss man wissen, dass man am gleichen Strang zieht“, sagt Visel.

Gegründet hatten die Bäckerei 1894 in der Karlsruher Oststadt die Urgroßeltern der Brüder. Trotz zahlreicher Umbauten war es immer schwieriger geworden, dort allen Anforderungen gerecht zu werden.

Neubau am Kreisverkehr, den

täglich 14.000 Autos umrunden

Schließlich fanden Visels einen idealen Bauplatz für einen Neubau an einem Verkehrskreisel nahe Karlsruhe. 14.000 Autos kämen, so Rainer Scheyhing, dort täglich vorbei.

Das Grundstück misst 6300 Quadratmeter, die Backstuben und Vorbereitungsräume 1060 Quadratmeter, der Laden mit Café 170 Quadratmeter, dazu kommen Nebenräume. Das Gebäude bringt es auf eine Gesamtfläche von 2500 Quadratmetern.

Es ist umgeben von einer Wildblumenwiese. Emrich Visel schwärmt von Hasen und Insekten, die dort leben. Nachhaltigkeit ist sein Thema. Das Gebäude sei isoliert, bei den Öfen und Frostern werde Wärme zurückgewonnen. Die Froster sind von Kühlräumen aus zugänglich, damit die Kälte nicht verloren geht.

Gebacken wird mit ungespritztem Korn aus der Region. „Das und unsere Handarbeit sind unser Aushängeschild“, sagt Emrich Visel. Es gebe nur einen Brötchenteigteiler und eine Brezelschlingmaschine. Gearbeitet wird mit vier Sauerteigen für verschiedene Brotsorten, die im Sauerteigraum bei konstant 28°C geführt werden.

Ein Ofen für das

„ganz andere Brot“

Gebacken wird in Etagen-, Stikken- und Thermoöl-Öfen. „Wir haben für jedes Gebäck den richtigen Backofen“, sagt Emrich Visel. Zusätzlich baut ein Backhaus-Verein aktuell einen Holzbackofen. Er ist für Backevents und „ein ganz anderes Brot“ gedacht, wie Emrich Visel sagt - mit fetter Kruste nach 50 Minuten Strahlungshitze“.

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