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Das Einfache einfach nur gut machen

Familienbetrieb: Vater Karl-Wilhelm (65) und Sohn Robin (34) in der Backstube. (Quelle: Heck)+
Familienbetrieb: Vater Karl-Wilhelm (65) und Sohn Robin (34) in der Backstube. (Quelle: Heck)

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Die Bäckerei Hagenkötter setzt auf die Produktion bodenständiger Ware in bester Handwerksqualität ohne Schnickschnack

Von Rainer Heck

Nordrhein-Westfalen Herdecke Als die Bäckerei Hagenkötter vor 120 Jahren auf dem Ahlenberg bei Herdecke gegründet wurde, lagen um den Betrieb herum lediglich ein paar Bauernhöfe. Inzwischen ist die Gegend zu einem der Villenvierteln rund um die Großstadt Dortmund avanciert, dennoch hat sich bei Hagenkötter nicht viel geändert.

Regionale Zutaten und das Backhaus, das schon zu Gründerzeit stand, bilden den Kern der Bäckerei. Dieser sieht man von außen nicht an, dass es sich um einen produzierenden Lebensmittelbetrieb handelt.

Harmonisch fügt sich das historische Gebäude mit seinen Anbauten in das Wohnumfeld ein. Lediglich ein etwas größerer Parkplatz für die Mitarbeiter unterscheidet das Gehöft von denen der Umgebung.

Expansion

mit Augenmaß

Geändert hat sich jedoch vieles. Nicht nur, dass die Backstube deutlich moderner geworden ist und ein großer Teil der Arbeit heutzutage am Schreibtisch per PC erledigt wird, auch das Backprogramm wurde ausgeweitet. Inzwischen gibt es fünf Filialen in der Nachbarschaft.

Es geht der Familie darum, auf soliden Füßen zu stehen und den Absatz auf einem rentablen bis guten Niveau zu halten.

An eine große Filialisierung denken die Hagenkötters ebenso wenig wie an den Einsatz von Convenience in der Backstube.

Traditionell läuft es hier, wie Juniorchef Robin Hagenkötter bekräftigt. Gemeinsam mit seinem Vater Karl-Wilhelm und seiner Mutter Silvia leitet er den Betrieb. Offiziell wird die Übergabe in den nächsten Monaten über die Bühne gehen.

Familienbetrieb setzt

auf Familienbetriebe

Die Bäckerei besteht in der fünften Generation. „Wir legen Wert auf unseren Status als reiner Familienbetrieb“, unterstreichen Vater und Sohn. Seit 25 Jahren werden sie von der Mühle Kottmann beliefert. „Wir legen auch bei unseren Lieferanten Wert darauf, dass es sich um Familienbetriebe handelt und kompetente Ansprechpartner jederzeit bereit sind, uns vor Ort zu helfen“, sagen die beiden Bäckermeister.

Es geht den Hagenkötters darum, Nischenprodukte wie gedämpfte ganze Haferflocken für Vollkornbrötchen ebenso individuell zu erhalten wie Dinkel in allen Variationen sowie Körnermischungen für das Sechskornbrot.

Geschmack und Aussehen

als Alleinstellungsmerkmal

„Auch das entspricht genau den Vorstellungen, die wir in der Backstube von optimalen Zutaten haben.“ Der Familie ist auch wichtig, bei den Backwaren in Geschmack, Geruch und Aussehen ein gewisses Alleinstellungsmerkmal zu schaffen.

Der Mühlenbetrieb, der in Alsdorf und Grevenbroich angesiedelt ist, legt großen Wert darauf, mit mittelständischen Partnern zu arbeiten. Dies gilt sowohl bei der Kooperation mit der heimischen Landwirtschaft als auch mit den Bäckerkunden.

„Ausverkauft“ als

Siegel für gute Qualität

Davon profitieren auch Bäckereien wie Hagenkötter. Rund 30 Brotsorten backt er. „Fünf bis zehn davon sind in unseren Filialen ständig vorhanden.“ Wenn einmal etwas ausverkauft ist, gilt dies nicht als Makel, sondern als Konsequenz der guten .

Bei Brötchen sind es 20 verschiedene Sorten, die hergestellt und verkauft werden. Das Vitalbrötchen und das Standardbrötchen sind dabei die Renner. Auch hier spielen der Mehleinsatz und das Backverfahren eine große Rolle. „Die Kunden wollen es hell und knusprig“, sagt der Seniorchef. Weitere Bestseller sind die Siegerländer Delikatesskruste sowie Feingebäck wie Rosinenstrietzel.

Zeitgemäß: Abschluss

als Betriebswirt

In den fünf Filialen mit Größen zwischen 30 und 50 Sitzplätzen spielen Snacks eine große Rolle – vor allem belegte Brötchen und Frühstücksangebote zum Mitnehmen.

„Kurzum: Wir wollen die einfachen Dinge wirklich gut machen“, fasst der Junior das Unternehmensmotto zusammen. Neben seinem Meisterbrief als Bäcker verfügt er über einen Abschluss als Betriebswirt.

Seiner Meinung nach sollte das Kaufmännische bei der Ausbildung zum Meister nicht zu kurz kommen. „Wer betriebswirtschaftlich denken gelernt hat, ändert seine Perspektive.“

Elf der 45 Mitarbeiter, die Hagenkötter beschäftigt, arbeiten in der .

Neuer Vorstand der Bäckerinnung Tuttlingen-Rottweil (von rechts): Gunter Haffa, Albert Hengstler, Martina Heinz, Armin Rumez, Marc Schneckenburger, Obermeister Daniel Link, Tobias Licht und Geschäftsführer Kurt Scherfer.
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