Regional
„Wir jammern nicht um Staatshilfe“
Hauptversammlung der Bäckerinnung Ulm mit Vorstandswahlen: OM Wind fordert Gleichberechtigung bei Steuern und Abbau des Bürokratie

Der neu gewählte Vorstand der Bäckerinnung Ulm mit den Ehrengästen der Innungsversammlung (v. l.) Stanislaus Bratschko, Stefan Kreibich, Wilhelm-Ernst Friess, Martin Zaiser, OM Helmut Wind, Reiner Mettmann, stellv. OM Marcus Staib, Uwe Stenzel, Ehren
Einstimmig wählten die Delegierten für die nächsten drei Jahre nachfolgende Vorstandschaft: Obermeister Helmut Wind, stellvertretender Obermeister Marcus Staib, Lehrlingswart Uwe Stenzel, Schriftführer Reiner Mettmann und Martin Zaiser, Schatzmeister Stefan Kreibich, Öffentlichkeitsarbeit Stanislaus Bratschko und Wilhelm-Ernst Friess. Helmut Wind wurde damit zum fünften Mal als Obermeister der Bäckerinnung Ulm gewählt und gab nach der Wahl bekannt, dass dies seine letzte Amtsperiode sein werde.
Ehrengäste der Innungsversammlung waren unter anderem der Ehrenlandesinnungsmeister von Baden-Württemberg Wolfgang Sautter, der Geschäftsführer des Landesinnungsverbands Andreas Kofler, die Ehrenmitglieder der Innung, Kreishandwerksmeister Max Semler, Vertreter der IKK, der Berufsschule und der Bäko, sowie die Obermeister und Ehrenobermeister befreundeter Innungen.
Goldene Meisterbriefe verliehen
Ehrenlandesinnungsmeister Wolfgang Sautter verlieh zusammen mit Obermeister Helmut Wind an die Bäckermeister Christian Mack und Walter Locher den „Goldenen Meisterbrief“. Sautter erinnerte in seiner Laudatio daran, dass zu den Zeiten, als die beiden Geehrten ihren Gesellen- und Meisterbrief bekamen, nur eine Devise gültig war, und die hieß „Ärmel hochkrempeln und anpacken“. Er empfahl dieses Konzept auch den jüngeren Kollegen „besonders in Zeiten, in welchen andere Krisenstimmung verbreiteten“. Andreas Kofler unterstützte diese Haltung mit dem Satz, „Jede Krise ist auch eine Chance“. Auch Kreishandwerksmeister Max Semler ist überzeugt. „Wir werden die gegenwärtige Krise mit den individuellen Angeboten der Fach- und Handwerksbetriebe gegenüber den Massenprodukten meistern.“
„Wie geht es weiter?“, diese Frage stellte Obermeister Wind in den Raum, um auch gleich selbst die Antwort darauf zu geben: „Trotz aller Befürchtungen auf dem Wirtschafts- und Kapitalmarkt schaffen wir es, mit unglaublichem persönlichen Einsatz unsere Betriebe und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten und zu sichern“, sagte er. Scharf ging er mit der Politik ins Gericht, „die für Autobauer und Banker, die Milliarden in den Sand gesetzt haben, Gelder mobil macht, von denen keiner weiß, woher dieses so plötzlich kommen soll.“
Mit der Politik ins Gericht
Es liege in der Logik der Marktwirtschaft, dass Unternehmen, die im Wettbewerb nicht bestehen könnten, vom Markt verschwinden. Das gelte für kleinere und mittlere Betriebe genauso wie für Banken und Konzerne, deren Produkte und Dienstleistungen nicht mehr der Nachfrage entsprechen. „Wie würde sich der Staat verhalten, wenn eine solche Krise einmal das Handwerk befallen würde?“, fragte Wind. „Wir werden es halten wie immer und werden uns nicht in die Reihe derer einreihen und den Staat um Hilfe bitten. Wir verlangen seit Jahrzehnten nur eines, eine Gleichberechtigung bei Steuern und Abbau des Bürokratismus“, forderte Wind und bezog sich dabei vor allem auf den wuchernden EU-Bürokratismus.
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