Regional

„Handwerk in Ruhe arbeiten lassen“

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil kündigt in Erlangen Entbürokratisierung an


BayernErlangen (buc). „Wir kämpfen für den Mittelstand als eine der Grundlagen der freiheitlichen Gesellschaft und werden seine Rahmenbedingungen weiter verbessern.“ Mit Applaus wurden diese Aussagen von Martin Zeil als Gastredner beim 11. Handwerker-Frühschoppen der Kreishandwerkerschaft Erlangen-Hersbruck-Lauf bedacht.

Bayerns Wirtschaftsminister sprach sich für Entbürokratisierung aus und versicherte den über 100 Zuhörern: „Die Staatsregierung will Sie in Ruhe arbeiten lassen.“ Dass gerade in Sachen Bürokratieabbau noch nicht alles läuft wie geplant, räumte der FDP-Politiker ein: „Land, Bund, EU – jeder wurschtelt vor sich hin.“ Diesen Teufelskreis müsse man durchbrechen; Bayern werde künftig die Bemühungen aller Ebenen zusammenführen.

Dass das Handwerk und der Mittelstand im Freistaat gut aufgehoben seien, belegte Zeil damit, dass man in der derzeitigen Wirtschaftskrise als einziges Land einen „Mittelstands-Schirm“ aufgespannt habe. Unter dem Dach der LfA wurden so seit Jahresbeginn 900 mittelständische Unternehmen mit 210 Mio. Euro an günstigen Krediten unterstützt.

Der Kreishandwerksmeister Siegfried Beck hatte zuvor darauf hingewiesen, dass „die Krise im Handwerk angekommen“ sei und den Finger auf einige kritische Punkte gelegt. Landes- und Bundespolitik forderte der Erlanger Bäckermeister auf, mehr handwerkliche Dienstleister mit einem reduzierten Mehrwertsteuersatz zu bedenken. Die Banken mahnte er, mehr Kredite ans Handwerk auszureichen. Beck erinnerte daran, dass kleine und mittlere Unternehmen 70 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland ausmachen und für eine überdurchschnittliche Steuerkraft stehen.

Diese Botschaften nach München und Berlin quittierten die Zuhörer im „Open Air“-Bereich am Haus des Handwerks in Erlangen mit Applaus. Beherzigung aller Ratschläge gelobte die im kommenden Bundestagswahlkampf besonders imposante Politiker-Riege – unter ihnen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU, Erlangen), MdB Stefan Müller (CSU, Großenseebach), MdB Jörg Rohde (FDP, Heßdorf), Erlangens Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis (CSU) und Landrat Eberhard Irlinger (SPD) – anschließend in Gesprächen bei Bier, Bratwurst und Brezen.


Artikel vom 19.08.2009
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