Regional

„Die Energiekosten fressen uns auf“

OM Dierle auf der Versammlung der Bäckerinnung Kehl-Hanauerland / Kollegen aus dem Elsass zu Gast


Baden & WürttembergKehl (ag). Am 3. Oktober 1908 wurde die Bäckerinnung Kehl-Hanauerland gegründet. 48 Mitgliedsbetriebe traten damals der Innung bei. 100 Jahre danach sind es noch 15. Darüber berichtete Bruno Dierle, seit 2003 Obermeister der Innung, in der Generalversammlung. Unter den Gästen war Ehrenobermeister Georg Hornung, der die Innung über einen längeren Zeitabschnitt führte.

„Haben wir früher noch einen kleinen Saal gefüllt, so haben wir heute bald an einem großen Stammtisch Platz“, skizzierte Dierle die augenblickliche Mitgliedersituation. Das dürfe die organisierten Bäcker aber nicht davon abhalten, aktiv für das Bäckerhandwerk tätig zu sein, appellierte Dierle an die Kollegen.

Kleine Innung ganz groß

Dass eine kleine Innung viel bewegen kann, war aus der großen Zahl von Veranstaltungen im vergangenen Innungsjahr zu ersehen, über die Dierle berichtete. Die Innung engagiere sich in der Ausbildung und bei der Bewältigung von sozialen Aufgaben. Zu den besonderen Anlässen zählte der Obermeister die festliche Herbstversammlung, die gemeinsam von den Bäckerinnungen Offenburg, Kehl und Wolfach in Durbach veranstaltet wurde. Sie steht in diesem Jahr wieder auf dem Programm.

„Die Energiekosten fressen uns auf“, stellte Obermeister Dierle bei Auflistung der Sachthemen fest. Wesentlich verteuert hätten sich auch die Rohstoffe, mit denen die Bäcker arbeiten, um eines der wichtigsten Nahrungsmittel, das Brot, herzustellen. Über die Ladenöffnungszeiten werde kontrovers diskutiert. Da komme es sehr auf den Standort und die Einkaufsgewohnheiten der Kunden an. Dierle teilte mit, dass die Geschäftsführerin, Anita Schnee, seit 40 Jahren für die Innung tätig ist, was noch besonders gewürdigt werden müsse.

Die freundschaftliche Verbundenheit mit den Bäckern in Straßburg und im Unterelsass kam durch die Anwesenheit von elsässischen Kollegen zum Ausdruck. Auch für die nahe Zukunft sind gemeinsame Aktionen geplant, die teils auch von den Oberbürgermeistern von Straßburg und Kehl besucht werden.

Mitlieder informiert

Breit war das Spektrum der Themen, das von Geschäftsführerin Ute Sagebiel-Hannich angesprochen wurde. Erwähnt wurden von ihr die neue Verpackungsverordnung, die natürliche Kosten verursache, die Ladenschlusszeiten, die sie nicht immer glücklich nannte, behördliche Verordnungen und die Betreuung durch den Medizinischen Dienst. Sagebiel-Hannich beantwortete auch Fragen aus der Versammlung. Schließlich sei es eine der wichtigsten Aufgaben des Verbandes, die Mitglieder schnell und umfassend zu beraten.


Artikel vom 23.06.2008
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