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Baguette-Ring schafft die Endrunde

Es muss nicht immer Brot sein: Nudeln aus Weizen- und Dinkelmehl gehören auch zum Angebot. (Quelle: Treiber)+
Es muss nicht immer Brot sein: Nudeln aus Weizen- und Dinkelmehl gehören auch zum Angebot. (Quelle: Treiber)

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Das Angebot der Nachfrage anpassen – das galt im Betrieb von Jörg Stucky auch für die Fußball-WM

Von Iris Treiber

Baden & Württemberg Pfinztal-Söllingen Das frühe Aus der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM war auch das Aus fürs Paprika-Chili-Brot von Bäckermeister Jörg Stucky: Nach der sportlichen Blamage wurde weniger gegrillt und damit weniger Spezialbrot gekauft. Die Konsequenz: Stucky nahm das Paprika-Chili-Brot aus dem Sortiment.

„Dass wir unsere Backwaren der Nachfrage anpassen, stabilisiert unseren Betrieb“, sagt er. Der 58-Jährige betreibt zusammen mit Ehefrau Susanne (55) eine Bäckerei in Pfinztal-Söllingen bei Karlsruhe.

Für jedes Brot

ein eigener Teig

Die Auswahl ist groß. Das Besondere: Für jede Brot-/Brötchensorte macht Jörg Stucky einen speziellen Teig. „Bei Euch schmeckt jeder Weck anders“, lobe dann auch die Kundschaft. Zum Sortiment gehören Weizen- und Dinkeleiernudeln, ein Melonen-Kern-Brot, ein Baguette mit getrockneten Tomaten und ein Afrika-Brot, ein Malz-Mehrkornbrot mit afrikanischen Pflanzen wie Hirse, Teff, Sesam und Soja

Drei Bäcker für

5500 Einwohner

Am besten verkaufen sich Brezeln. Schwarzwälder Kirschtorte führt die Süßgebäck-Liste an. „Auf dem Dorf backen viele Leute noch selbst Kuchen“, sagt Jörg Stucky.

Rund 5500 Menschen leben in Söllingen, versorgt werden sie von drei backenden Betrieben und zwei Bäckerei-Filialen. Entsprechend gelassen ist Jörg Stuckys Einstellung zur Kundschaft: „Natürlich gibt es noch treue Stammkunden. Ich bin aber niemandem böse, wenn er Abwechslung braucht und dann mal zur Konkurrenz geht.“

Auch wenn viele Kunden von außerhalb kämen, so stütze doch die dörfliche Gemeinschaft den Betrieb. Zum Erfolg trage bei, dass man sich kenne, einen persönlichen Umgang pflege und im Laden ein Schwätzchen halten könne.

In der Stadt sei das Überleben vermutlich schwieriger, weil sich die Menschen dort egoistischer verhielten, so Jörg Stucky. Hier jedoch gebe es noch die meist ältere Kundschaft, die nicht zum „Stucky“, sondern zur „Adel“ gehe. „Adel“, das war Jörg Stuckys Mutter Adelheid Stucky, die den Betrieb bis 1992 führte.

Trotz des frühen Ausscheidens bei der WM sind nicht alle Grill-Brote aus dem Sortiment verschwunden: „Ich hatte mir auch einen Baguette-Ring mit Schafskäse und Oliven ausgedacht. Der läuft ausgezeichnet.“

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