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Bäckernachwuchs „Mangelware“

Obermeister Josef Magerl (links) und Innungsgeschäftsführer Hans Graf informierten unter anderem über das Innungsgeschehen im Jahr 2010.  (Quelle: Schuller)+
Obermeister Josef Magerl (links) und Innungsgeschäftsführer Hans Graf informierten unter anderem über das Innungsgeschehen im Jahr 2010. (Quelle: Schuller)

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Tagung der Innung Regensburg-Kelheim im Zeichen zunehmenden Marktdrucks

Bayern Das Bäckerhandwerk steht vor einem gewaltigen Umbruch, stellte Obermeister Josef Magerl in der Versammlung der Bäckerinnung Regensburg-Kelheim heraus. Die Lebensmittelkonzerne versuchten den Backwarenmarkt zu beherrschen, aber auch im Bereich des Bäckerhandwerks werde sich der Konkurrenzkampf verschärfen, erläuterte er. „Hoher Umsatz allein ist keine Garantie für Erfolg“, sagte Obermeister Josef Magerl in seinem Jahresbericht. Das gesamte Bäckerhandwerk werde sich massiv verändern, nur wer sich auf die künftigen Entwicklungen durch neue Ideen, fundierte Personalführung und betriebswirtschaftliches Denken, einstelle, bleibe im Markt. Was die künftigen Fachkräfte anbelangt, riet der Obermeister, Jugendlichen verstärkt Praktika anzubieten, denn allein in diesem Jahr sei die Zahl der Bäckerlehrlinge um neun Prozent zurückgegangen und im Jahr 2025 würden laut Statistik 40 Prozent weniger Jugendliche zur Verfügung stehen.

Den Kollegen empfahl er, das Frühstücksgeschäft auszubauen, falls es die Lage ihres Ladens zulasse. Erfahrungsgemäß könne damit der Umsatz beträchtlich erhöht werden, meinte er. Angesichts der ständig steigenden Produktionskosten riet er dazu, die Kalkulationen scharf zu überdenken. Aufgrund der Beitragserhöhung des Landesinnungsverbands musste die Innung Regensburg-Kelheim ihre Beitragssätze zwischen 20 und 80 Euro jährlich erhöhen, erläuterte Geschäftsführer Hans Graf fort und erinnerte daran, das von dem Beitragsaufkommen nur ein geringer Anteil – ca. 7 Euro monatlich – für die Innungsarbeit verbleibe. Was die Gesellen-, Abschluss und Zwischenprüfungen der Lehrlinge anbelangt, wurden die Erwartungen nicht erfüllt, fuhr Hans Graf fort. Es gebe zwar immer wieder gute Ergebnisse, insgesamt aber zu wenig gute Leistungen. Was die Lehrlingszahlen insgesamt anbelangt, so seien sie bei den Verkäuferinnen mit jährlich rund 50 neuen Auszubildenden noch zufriedenstellend, bei den Bäckerlehrlingen sei der Rückgang auf nunmehr jährlich rund 20 besorgniserregend.

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