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Bäckerin mit Faible für Kuchen und Umwelt

Faible für Torten: Tochter Scarlett Grünewald ist Bäckermeisterin, weiß aber noch nicht, ob sie in der Branche bleiben wird. (Quelle: Marconi)+
Faible für Torten: Tochter Scarlett Grünewald ist Bäckermeisterin, weiß aber noch nicht, ob sie in der Branche bleiben wird. (Quelle: Marconi)

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Elektroauto, Fotovoltaik, Wärmerückgewinnung: Ein kleiner Familienbetrieb setzt im großen Stil auf Ressourcenschonung

Von Carla Marconi

Hessen Glauburg Wenn Silke Zinn-Grünewald um 4.30 Uhr vom Hof fährt, ist sie kaum zu hören. Langsam gleitet sie mit dem neuen Transporter durch die Straßen, während die meisten Nachbarn noch friedlich in ihren Betten schlummern. Bei dem „Neuen“ handelt es sich um ein Elektroauto, das seit etwa einem halben Jahr zu den drei Lieferfahrzeugen der Bäckerei Zinn im hessischen Glauburg gehört.

Damit setzt der Familienbetrieb, der 1952 von den Großeltern der heutigen Chefin gegründet wurde, weiterhin sein nachhaltiges Konzept um. Denn die Zinn-Bäckerei nennt sich „Umweltbäckerei“.

Fotovoltaik und

Wärmerückgewinnung

Was das heißt? „Wir versuchen, in mehreren Bereichen nachhaltig zu sein“, erläutert die 48-Jährige, die zusammen mit ihrem Mann Karl-Theodor Grünewald seit 2001 das Geschäft leitet. So verfügt der Betrieb über eine Fotovoltaik-Anlage sowie über eine Holzheizung und betreibt Wärmerückgewinnung von den eigenen Backöfen. „Mit der Wärme können wir das Wasser für einen acht Personen-Haushalt heizen“, sagt Zinn-Grünewald.

Durch den Einsatz des neuen Elektroautos, mit dem sie „voll und ganz zufrieden“ seien, könne zudem ein Benzinauto ersetzt werden. „Der Stromer ist leise, schnell und wendig, wärmt sich schnell auf und hat eine Reichweite von 150 Kilometern. Für das Beliefern unserer Café-Filiale, die zwei Kilometer von unserer Backstube entfernt ist, ist der Wagen ideal“, sagt die Chefin geradezu schwärmend.

Die Investition von 30.000 Euro mache sich auf jeden Fall jetzt schon bezahlt, obwohl noch keine genauen Zahlen vorlägen. Demnächst steht eine weitere umweltfreundliche Neuerung an: „Wir möchten bis Ostern die Coffee-to-go-Becher auf Porzellan umstellen. Solche Maßnahmen sind wichtig, denn die Umwelt ist wichtig für die Zukunft und für unsere Kinder“, betont die 48-Jährige.

Apropos Kinder. Von den drei Kindern der Grünewalds hat Tochter Scarlett Interesse für das Backhandwerk. Die 22-Jährige ist Bäckermeisterin und Betriebswirtin und arbeitet derzeit auch im Familienbetrieb, weiß aber noch nicht, ob sie später in die Fußstapfen ihrer Eltern treten wird. „Am liebsten backe ich Kuchen“, sagt sie.

„Es geht um die

Veredelung von Produkten“

Der macht zusammen mit anderen Feinbackwaren etwa 40 Prozent des Geschäfts aus, jeweils 30 Prozent steuern Brot und Brötchen bei. Das habe sich seit Gründung der Bäckerei ganz schön gewandelt. „Brot hatte früher den Hauptanteil, heute geht es mehr um die Veredelung der Produkte. Außer-Haus-Essen ist ein großer Trend, und den bedienen wir auch durch unsere heiße Theke“, erklärt Silke Zinn-Grünewald.

Bereits früh morgens, wenn die Bäckerei um 5 Uhr öffnet, würden Handwerker Schlange stehen. Gefragt seien Schnitzel, Frikadellen und Fleischkäse im Brötchen ebenso wie Pizza oder Hawaii-Toast und Coffee to go. Ebenfalls angesagt seien Alternativen zum herkömmlichen Weizenbrot.

Dinkel-Vollkorn

hat diese Nase vorn

 

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