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Bäcker und Landwirte kooperieren

Erstmals in der Geschichte der Innung hat der Gesellenverein mit Ursula Wecker eine weibliche Vorsitzende. Hier mit ihrem Chef und Obermeister Ralf Groß.  (Quelle: Dietrich)+
Erstmals in der Geschichte der Innung hat der Gesellenverein mit Ursula Wecker eine weibliche Vorsitzende. Hier mit ihrem Chef und Obermeister Ralf Groß. (Quelle: Dietrich)

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Jahresversammlung der Bäckerinnung Kulmbach – Zukunftsweisendes Liefer- und Vertragskonzept avisiert

Bayern KULMBACH (dd). Die Bäckerinnung Kulmbach plant, mit einem neuartigen Liefer- und Vertragskonzept die Versorgung ihrer Betriebe mit regionalen Rohstoffen zu sichern. Während der Jahreshauptversammlung in Kulmbach einigten sich die 19 Mitglieder darauf, einen Vertrag mit örtlichen Landwirten auszuarbeiten, der die Lieferung von Getreide und damit von Mehl aus der Region langfristig sichert.

In den kommenden Monaten wollen nun einige Verantwortliche der Kulmbacher Innung sowie des dortigen Bauernverbandes eine spezielle Vereinbarung ausarbeiten und im Anschluss umsetzen. Festgelegt werden soll darin, dass die Landwirte für ihre Getreidelieferungen zukünftig einen Mindestpreis erhalten, damit der Anbau für die Bauern auch rentabel ist. Festgeschreiben werden sollen dabei aber auch die Abnahmemengen und die Qualität des Getreides.

Nach Angaben von Obermeister soll die Bezahlung für das so gelieferte Getreide niemals unter dem Durchschnittspreis der vergangenen fünf Jahre liegen. Durch dieses Abkommen wären die Bäcker dann nicht mehr so stark auf Lieferungen von Rohstoffen aus anderen Bundesländern oder auch auf Erzeuger aus dem Ausland angewiesen. Anderseits könnten damit aus Gründen der Rentabilität notwendige Flächenstilllegungen der Landwirte verhindert werden. Sollte diese Abmachung zwischen den beiden Berufsgruppen zustande kommen und umgesetzt werden, wäre dies wohl vorerst bundesweit einmalig und wäre in diesem Zusammenhang wegweisend.

In seinem Bericht kritisierte Obermeister Groß unter anderem die Billiglöhne, die noch immer für Fachverkäuferinnen und Bäcker in Großbäckereien bezahlt würden. Aufgrund der niedrigen Vergütungen könnten die Unternehmer es sich leisten, sich in Toplagen anzusiedeln. Im Gegenzug reiche beim Personal der Verdienst zum Lebensunterhalt nicht aus. Er appellierte an die Gewerkschaften und die Politik, endlich auch bei diesen Berufsgruppen einen Mindestlohn einzuführen. Dies sei vor allem wichtig, um auch in Zeiten des demographischen Wandels Fachkräfte zu bekommen und Arbeitsplätze zu sichern.

Wie der Obermeister weiter mitteilte, wird der Gesellenverein zum ersten Mal in seiner Geschichte von einer weiblicher Vorsitzenden geleitet. Die Bäckergesellin Ursula Wecker (40, Bäckerei Grünwehrbeck, Kulmbach) wurde einstimmig zur Vorsitzenden gewählt. Die dreifache Mutter wird sich zukünftig schwerpunktmäßig um die Fortbildung kümmern und mit ihren Kollegen aktuelle berufliche Themen besprechen und diskutieren. Erfreut zeigte sich Groß, dass beim Wettbewerb „Bayerns schnellster Bäcker“ erstmalig ein Oberfranke in der Endausscheidung in München antreten durfte. Der Junggeselle Kevin Semmelroch (22) aus Kulmbach (Bäckerei Dippold, Kulmbach-Melkendorf) konnte die Jury in der Vorausscheidung von seinen Talenten überzeugen und die Farben Oberfrankens in der bayerischen Landeshauptstadt vertreten.

Aufsichtsratsvorsitzender Alois Mensing und Geschäftsführer Ulrich Bücker bedankten sich bei dem, in den Ruhestand getretenen, Betriebsberater Fritz Potthast.
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