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Badel setzt auf Ausbau des Filialnetzes

Uwe Badel verliert in der Produktion die traditionellen Produkte nicht aus den Augen. (Quelle: Schwittay)+
Uwe Badel verliert in der Produktion die traditionellen Produkte nicht aus den Augen. (Quelle: Schwittay)

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Der Bäcker aus Tramm pflegt zusätzlich das Geschäft mit Verkaufswagen / Sortiment bewusst straff gestaltet

Von Herbert Schwittay

Mecklenburg-Vorpommern TRAMM Um die Produktion in einer Bäckerei wirtschaftlich dauerhaft zu sichern, sind Filialen erforderlich. Diese Meinung vertritt Uwe Badel. Der Bäckermeister aus dem mecklenburgischen Ort Tramm mit etwa 400 Einwohnern macht deutlich, „dass die Standorte genau ausgewählt sein wollen“. Ob eine Bäckerei zwei Filialen weniger oder mehr habe, sei nicht entscheidend, denn auch für eine Filiale müsse das Grundsortiment mit den gleichen Arbeitsabläufen produziert werden.

Alle zwei Jahre

ein neuer Standort

Mittlerweile ist das Filialnetz der Trammer Bäckerei auf sechs Standorte angewachsen. Badels Konzept: „Alle zwei Jahre einen neuen Standort auswählen.“ Während sich fünf davon ausschließlich in Vorkassenbereichen von Supermärkten befinden, wurde in Parchim ein eigenständiges Bäckercafé mit 30Sitzplätzen eröffnet.

Es gab aber die außergewöhnliche Situation, dass sich ein in seinem Betrieb beschäftigter Bäckermeister selbstständig machte, jedoch scheiterte. Badel übernahm den Standort, der ehemalige Kollege kehrte in seinen Betrieb zurück.

Zu DDR-Zeiten hatte sich der heute 58-Jährige für den Standort Tramm entschieden. Eine mehr als 20 Jahre leerstehende Bäckerei wurde mit Aufwand innerhalb eines Jahres umgebaut. „Es waren damals Bedingungen, zu denen heute niemand mehr arbeiten würde.“ Den Schritt hat er nie bereut. Schnell etablierte sich die kleine Bäckerei. Die Menschen standen vor dem Geschäft Schlange. „Dann kam die Wende und alles fiel zusammen.“ Badel musste neu durchstarten. Auf Messen ließ er sich davon überzeugen, 1990 einen anzuschaffen.

Gebacken wird

bereits ab 22.30 Uhr

Mit zwei Verkäuferinnen war er im Kreis Ludwigslust der erste Bäcker, der den Menschen die frischen Backwaren bis an die Haustür brachte. „Nur dadurch haben wir überlebt.“ Bereits zwei Jahre später öffnete die erste Filiale. Heute sind zwei Verkaufswagen im Einsatz.

Ein straffes Konzept gibt es bei der Belieferung der Filialen. Damit die Fahrzeuge bereits gegen vier Uhr morgens den Standort Tramm voll beladen verlassen können, beginnt die Arbeit in der Backstube gegen 22.30 Uhr. Ein gewisser Teil der Backwaren wird in Tramm in Langzeitführung frisch hergestellt und mit Unterbruchmethode in den Filialen nachgebacken.

Im Sortiment ist die Trammer Bäckerei übersichtlich aufgestellt. „Dabei verlieren wir das Traditionelle nicht aus den Augen.“ Ein Dutzend Brötchen, vom Normalen, über das Doppelte bis hin zum Spezialbrötchen mit Mohn oder Käse.

Ein Besonderheit ist das König Ludwig-Krusti. Ein Produkt, das aus einer Beimischung besteht, die geschützt ist und die Badel in Bayern ordert. Im eigenen Betrieb wird sie mit verschiedenen Zutaten erweitert.

Mehr als ein Dutzend Feinbackwaren liegen täglich im Angebot. „Unsere Quarkbällchen sind so beliebt, dass wir sie das ganze Jahr über herstellen.“


Lesen Sie hierzu folgende Bücher


  • Frühstück - Chancen für die Bäckerei
    Werner Kräling | Pierre Nierhaus | Bernd Kütscher | Rainer Veith

    Frühstück - Chancen für die Bäckerei

    Das Buch „Frühstück – Chancen für die Bäckerei“ bietet alles Wissenswerte rund um das Frühstücksgeschäft.

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  • Snacks
    Werner Kräling | Jürgen Rieber

    Snacks

    Das Spektrum der Snacks ist riesig: Belegte Brötchen, Brote, Sandwiches, Bagels, Seelen, Waffeln, Muffins, Fladenbrote, gebackene Snacks, Panini, Pizza, Strudel, Zwiebelkuchen, Quiches, Flammkuchen und kleine Gerichte.

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Bäckereifachverkäuferin Ricarda Keibel bedient eine Kundin.
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