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Aufregung im Namen der Feuerrose

Die neue Feuerrosensemmel als Alternaive zur Kaisersemmel: außen knusprig und rösch, innen saftig. (Quelle: Quelle/Archiv)+
Die neue Feuerrosensemmel als Alternaive zur Kaisersemmel: außen knusprig und rösch, innen saftig. (Quelle: Quelle/Archiv)

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Eine Änderung des Sortiments beschert einem Bäcker zunächst Kundenkritik und dann beste Werbung

Von Marianne Quelle

Bayern München Aufregung um eine Handvoll Teig, genauer eine Kaiseremmel. „Ein solch beliebtes und klassisches Produkt sollte man nicht einfach durch die Hintertür verschwinden lassen“, beschwerte sich ein Mann in einem Leserbrief beim Münchner Merkur. Auf Nachfrage in einer Filiale habe er lediglich erfahren, dass es sich um eine „Anweisung von oben“ handle.

Der Kunde schrieb einen Leserbrief, noch bevor er beim Management der Bäckerei nachfragte. Konkret ging es um die Bäckerei Aumüller, die es wagte, ihre Kaisersemmel nach rund 125 Jahren aus dem zu nehmen.

„Es war an der Zeit,

Neues anzubieten“

„So alt ist die Bäckerei und wohl genauso alt das Produkt“, mutmaßt Franz Ehrnthaller, Geschäftsführer der Münchner Traditionsbäckerei: „Es war an der Zeit, Neues anzubieten. Die Kaisersemmel gibt es überall.“

Rund ein halbes Jahr tüftelten die Bäcker an der neuen Weizensemmel. Sie sollte anders sein, besser und moderner als die traditionelle Variante. Heraus kam die Feuerrose: außen knusprig und rösch mit abgeflammten Spitzen, innen saftig.

Komplett neu ist das Produkt jedoch nicht. In Aumüllers Brotfabrik, einer Erlebnisbäckerei, gab es die Feuerrosensemmel schon immer. Dort wird vor den Augen der Kunden gebacken und alles per Hand geformt – auch die Feuerrose.

„Wir haben die Idee in der Zentrale aufgegriffen und verfeinert“, erklärt Ehrnthaller im Gespräch mit der ABZ. Das Neuprodukt sollte aussehen wie das handgemachte Vorbild und dieselbe Qualität aufweisen, aber über eine Maschine laufen.

Täglich 5000 Semmeln

für zwölf Filialen

Dafür investierte Ehrnthaller in eine neue Semmelstraße. Der Großteil der rund 50 Produkte aus der Backstube werden zwar per Hand hergestellt, nicht jedoch die 5000 Feuerrosensemmeln, die täglich an zwölf Filialen geliefert werden.

Statt einer Leberkäsesemmel gibt es dort jetzt eben eine Leberkäse-Feuerrose. Das Produkt kommt gut an, obwohl es das ehemalige Hauptprodukt Kaisersemmel ersetzt.


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