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An einem Tag zum „Brezenbackdiplom“

Aushängeschild: Jutta Striffler mit einer der Brezeln, wie sie auch im Schaufenster der Bäckerei hängen. (Quelle: Zoller)+
Aushängeschild: Jutta Striffler mit einer der Brezeln, wie sie auch im Schaufenster der Bäckerei hängen. (Quelle: Zoller)

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Die Bäckerei Striffler in Rothenburg ob der Tauber setzt auf kulinarischen Tourismus

Von Sabine Zoller

Bayern Rothenburg o. d. Tauber Die Bäckerei Striffler erzählt eine Geschichte, die weit zurückliegend in der Vergangenheit beginnt und im Hier und Jetzt weitergeht. Begonnen hat alles recht unspektakulär vor zwölf Jahren. Ein Rothenburger Hotelier war für Familien einer amerikanischen Reisegesellschaft auf der Suche nach interaktiven Angeboten.

„Es sollte etwas Traditionelles sein, das Oma, Opa, Mama, Papa, Kinder und Kindeskinder anspricht und als Erinnerung an die Reise lange im Gedächtnis bleibt,“ sagt Jutta Striffler (57).

Am Anfang waren die

„Prezel baking seminars“

Die Mutter des heutigen Geschäftsinhabers Florian Striffler (32) war von der Idee begeistert, ein Seminar durchzuführen, das die Herstellung der Laugenbrezel zeigt.

Was zunächst mit „Prezel baking seminars“ für Urlauber aus den USA begann, weitete sich schnell auf Kurse für Engländer, Neuseeländer und Spanier aus. Mittlerweile gibt es das Angebot auch in deutscher Sprache für Gruppen bis maximal 15 Personen. „Für eine internationale Schule gab es extra Schichten, und binnen vier Tagen waren 135 Schüler bei uns im Seminar,“ sagt Jutta Striffler.

Gezeigt wird alles von der Teigherstellung bis zum fertigen Gebäck. Die Mitarbeit der Seminarteilnehmer ist ausdrücklich erwünscht, denn jeder Teilnehmer – ausgerüstet mit Bäckerschiffchen, Schürze und Überzieher für die Schuhe – formt seine Brezel selbst.

Jeder Teilnehmer erhält

sein „Brezenbackdiplom“

Zum Abschluss des einstündigen Seminars verzehren die Teilnehmer nicht nur die frisch gebackene Brezel bei einer Tasse Kaffee, sondern nehmen auch noch das original „Bäckerei Striffler Brezenbackdiplom" in Empfang.

Von Bäckermeister Florian Striffler erfahren die Teilnehmer alles rund um die Kultur und Entstehungsgeschichte der Brezel: Im frühen Mittelalter wurde das Gebäck von den Christen zum Abendmahl verwendet.

Die Brezelform ist den verschränkten Armen eines Mönches nachempfunden: „Früher war es üblich, zum Beten die Arme zu verschränken und die Hände auf die Schultern zu legen.“

Die Schwaben genießen ihre Brezel gerne aufgeschnitten mit Butter. In Bayern ist sie die Dritte im Bunde, wenn zum Weißwurstfrühstück mit Senf eingeladen wird.

Dünne Ärmchen bei

den Schwaben, dicke in Bayern

Wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Brezeln sind die „Ärmchen“, die bei den Schwaben dünn und knusprig und bei den Bayern kräftiger ausgebildet sind. In Rothenburg gibt es eine dritte Variante, die „Faulenzer-Brezn“ ohne Ärmchen. „Diese lässt sich besser aufschneiden und mit mehr Butter bestreichen“, erzählt Jutta Striffler.

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