ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Alles eine Frage der richtigen Lage

Große Auswahl an Broten und Brötchen in der Auslage. (Quelle: Quelle)+
Große Auswahl an Broten und Brötchen in der Auslage. (Quelle: Quelle)

Weitere Artikel zu


Bäckerei Schneider liegt an einer Hauptdurchfahrtsstraße zwischen Österreich und Deutschland

Von Marianne Quelle

Bayern Kiefersfelden Wer über die Landstraße von nach reist und noch Proviant mitnehmen will, für den kommt die Bäckerei Schneider in Kiefersfelden gerade recht. Ausflügler und Sparfüchse, die wegen der günstigen Benzinpreise über die Grenze fahren, kommen vorbei.

Aber auch Österreicher gehören zur Stammkundschaft, denn die Backwarenpreise im Nachbarland sind höher. „Die decken sich meist am Freitag ein, weil am Samstag so viel ist“, erklärt Inhaberin Steffi Tschapeller.

Stau bringt oft

schlecht gelaunte Kunden

Die Lage an der Hauptdurchfahrtsstraße zwischen Österreich und Deutschland ist nicht immer von Vorteil. Wenn die Autobahn (A93) zu ist oder an den Grenzen kontrolliert wird, dann staut es sich. Besucher, die dann in die Bäckerei kommen, sind oft schlecht gelaunt oder wollen nur auf die Toilette. Kunden aus umliegenden Ortschaften bleiben aus, weil sie nicht durchkommen.

Steffi Tschapellers Betrieb ist der einzige von vormals drei Handwerksbäckern, der sich noch gegen die Filialisten vor Ort behauptet. Doch die Konditormeisterin und ihr Team halten erfolgreich dagegen. Während es vor 30 Jahren nur zwei Brotsorten, eine Handvoll Semmeln und einen Hefe- oder Nusszopf gab, verkauft die Bäckerei heute über 20 Brotsorten, eine große Auswahl an Brötchen, Kleingebäck, Kuchen, Torten und belegte Snacks. Hinzu kommen Frühstücksangebote und ein täglich wechselnder Mittagstisch mit beispielsweise Kaspressknödeln aus Knödelbrot und Käse, Kartoffelpuffern oder Gulaschsuppe, gekocht von der Seniorchefin.

Ausbildung

im Familienbetrieb

Steffi Tschapeller ist seit 2000 „alleinige Chefin“. Wichtige Entscheidungen trifft sie jedoch in Absprache mit ihren Eltern und ihrem Eheman. Der gelernte Spengler gehört seit fast 20 Jahren zum Kernteam der Bäckerei. Sohn Florian hat in diesem Jahr seine Bäckerlehre erfolgreich abgeschlossen und beim Leistungswettbewerb der Bäckerjugend der Handwerkskammer München und Oberbayern den dritten Platz belegt. Momentan befindet er sich in der Ausbildung zum Konditor – ebenfalls im Familienbetrieb. Vervollständigt wird das Team durch eine Bäckermeisterin und eine Konditorin. Steffi Tschapeller kümmert sich eher um den Verkauf und unterstützt die Verkäuferinnen.

An das Hauptgeschäft mit Tagescafé schließt eine Terrasse an. Die Bäckerei beliefert Hotels, ein Altenheim und mehrere Metzgereien. Das Hausbrot aus reinem Natursauerteig oder die „Spitzl“ (Roggenmischbrötchen) sind Spezialitäten. Beliebt sind auch die Marzipankartoffeln: Biskuitboden mit Marzipansahnecreme, umhüllt von einer dicken Marzipanschicht (etwa faustgroß). Freitags, am traditionellen Schmalztag, ergänzen Schuxen (Schmalzgebäck) und Ausgezogenes das Sortiment. Zur Weihnachtszeit gibt es Kletznbrot (Früchtebrot) und kleine „Palmbrezeln“ für die Palmweihe. An Ostern verkaufen sie Lämmer, die mit Fondant, weißer oder dunkler Schokolade überzogen sind.


Lesen Sie hierzu folgende Bücher


 Selbstbedienung bei Backwaren macht Bäckern zu schaffen.
Auch interessant

Jammern Bäcker zuviel?

Vom Wettbewerb mit SB-Backshops sind Bäckereien in Deutschland und Österreich betroffen. Öffentlich argumentieren sie aber mit verschiedenen Strategien. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel