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Baden & Württemberg
Bäckerinnung Lahr beim Ernährungsgipfel mit Handwerk und Politik an einem Tisch
Ettenheim (ag). „Die Preiswelle hat uns überrollt, trotzdem wollen wir weiterhin gute Qualität liefern, obwohl die Betriebe gut 30 Prozent an Mehrkosten haben“, sagte Landesinnungsmeister Walter Augenstein bei einem „Ernährungsgipfel“ im badischen Ettenheim. Hochwertiges Getreide dürfe allerdings nicht in der Produktion von Biomasse enden.
Der Gipfel war von der Stadt Ettenheim und dem Obermeister der Bäckerinnung Lahr, Otto Käufer, angeregt worden. Mit am Tisch saßen neben dem Bäcker ein Müller, ein Metzger, ein Landwirt, ein Bürgermeister und ein EU-Parlamentarier. Zweck des Treffens, das in dieser Besetzung zum ersten Mal und in einem privaten Weingut stattfand, war eine allgemeine Bestandsaufnahme zur gegenwärtigen Situation im Ernährungshandwerk.
Nach Beurteilung der einzelnen Handwerksberufe und Skizzierung ihrer aktuellen Probleme, kam der Europaabgeordnete Andreas Schwab (CDU) zu Wort. Er räumte ein, dass er aus den Vorträgen viel gelernt habe, was er in seine politische Arbeit einbringen wolle. Die Frage, wie sich der Wettbewerb von Lebensmitteln und Energie künftig entwickeln wird, konnte der Abgeordnete nicht konkret beantworten. Schwab dämpfte zu hohe Erwartungen, da die Politik nur einen relativen Schutz bieten könne. Er plädierte für mehr Transparenz in der Produktion von Nahrungsmitteln. An die Verbraucher appellierte der Politiker, noch mehr regionales Bewusstsein zu entwickeln.
Nachteilig aus der Sicht des Müllers Rolf Huber ist, dass die Erzeugung von Bioenergie qualitativ hochwertige Produkte belaste. Augenstein und Käufer erneuerten ihre kategorische Ablehnung, Lebensmittel für die Energieproduktion zu verwenden, was auch in der Öffentlichkeit allgemeine Empörung auslöse.
Bürgermeister Bruno Metz, Ettenheim, Mitinitiator des Gipfels, stellte fest, dass die Stadt das Lebensmittelhandwerk in seinen berechtigten Forderungen unterstütze. Das sei auch im Interesse der Kommune und der Bevölkerung. Bäcker-Obermeister Otto Käufer betonte, dass der Gipfel aus seiner Sicht ein guter erster Schritt gewesen sei, wenn das Handwerk mit den Themen am Ball bleibe.
Ihm ist Protest noch nicht genug. Käufer möchte mehr erreichen und verwies auf die jüngsten Initiativen des Zentralverbandes des deutschen Bäckerhandwerks.
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