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Aber bitte mit Karte

Bezahlen einfach gemacht: Eine Verkäuferin der Bäckerei Ziegler hält die Girokarte der Kundin ans Lesegerät, ein Piepston ertönt - und schon ist die Rechnung beglichen. (Quelle: Ried)+
Bezahlen einfach gemacht: Eine Verkäuferin der Bäckerei Ziegler hält die Girokarte der Kundin ans Lesegerät, ein Piepston ertönt - und schon ist die Rechnung beglichen. (Quelle: Ried)

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Seit Januar können Kunden der Bäckerei Ziegler in München auch mit NFC-fähiger Girocard bezahlen

Von Roland Ried

Bayern München „Auf lange Sicht betrachtet, wird dem kontaktlosen bargeldlosen Bezahlen die Zukunft gehören“, sagt Martin Ziegler (51), und sein Bruder Josef Ziegler (43) ergänzt: „ Wir haben schon länger über die Reduzierung des Bargeldanteils in unseren Filialen nachgedacht und uns dann schließlich für das kontaktlose Bezahlen entschieden.“

Bargeldlos

in 24 Filialen

Seit dem 1. Januar 2017 können Kunden in allen 24 Filialen der Münchner nun auf einfachem Weg bezahlen, falls sie Inhaber einer NFC-fähigen sind.

Diese Bankkarten sind an einem „Kontaktlos-Symbol“, das wie das WLAN-Zeichen aus anschwellenden Funkwellen besteht, leicht zu erkennen.

steht dabei für „Near Field Communication“. Diese Technologie ermöglicht, dass Bankkarten oder andere Sender wie Handys und Kreditkarten mit einem Kartenleser in einem „nahen Feld“ von wenigen Zentimetern Ausdehnung via Funk kommunizieren und somit einen Geldbetrag digital übertragen können. Der Kunde muss zum Bezahlen seine Girocard nur an den Kartenleser halten, bis ein Signalton erklingt. Bei einem Betrag unter 25 Euro ist keine PIN-Eingabe nötig.

14 Millionen Kunden

haben eine NFC-Karte

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) als Dachorganisation aller Kreditinstitute in der Bundesrepublik gibt an, dass zum Jahresbeginn 2017 deutschlandweit 14 Millionen Bankkunden bereits eine NFC-fähige Girocard hatten und ihrer Schätzung nach innerhalb von zwölf Monaten 20 Millionen weitere dazukommen werden.

„Wir hatten schon die Einführung von Bezahlautomaten ins Auge gefasst“, sagt Josef Ziegler, „aber dann erkannt, dass das nicht die richtige Lösung ist.“

Partner beim

Pilotprojekt

In dieser Situation trat dann die örtliche Genossenschaftsbank an die Zieglers heran, da sie auf der Suche nach Partnern für ein Pilotprojekt zum kontaktlosen Bezahlen war. „Als Bäckerei mit den üblichen kleinen Zahlbeträgen sind wir dazu natürlich sehr gut geeignet“, sagt Martin Ziegler.

Im Januar 2017 lagen in allen Filialen der Bäckerei Ziegler Flyer aus, in denen das kontaktlose Bezahlen mit der NFC-Girocard erklärt wird.

Die Zieglers entschieden sich zunächst nur für dieses Medium. „Kontaktloses Bezahlen ist zwar auch mit NFC-fähigen Kreditkarten und Handys möglich, aber wir wollten das Projekt nicht zu kompliziert machen“, meint Josef Ziegler.

Kartenleser überträgt

Daten an die Kasse

Dieser Ansatz gilt auch für die eingesetzte Technik. Die Bäckerei Ziegler verwendet autonome Kartenleser, die nicht dauerhaft mit der Kasse vor Ort vernetzt sind. Nach Ladenschluss wird der Kartenleser drahtlos mit der Kasse verbunden und die am jeweiligen Tag getätigten Zahlungen werden in die Kasse übertragen.

Damit es zwischen Kassensoftware und Kartenleser keine Differenzen gibt und zudem der Registriervorgang zeitgleich mit dem Verkaufen und Bezahlen vorgenommen werden kann, musste in der Kassensoftware nur ein „zusätzlicher Finanzweg“ eingerichtet werden. „Das konnten wir mit unserem Kassenhändler innerhalb von drei Arbeitsstunden bewerkstelligen“, sagt Josef Ziegler.

Drahtlose Verbindung

ist ein großer Vorteil

Die Kosten halten sich in einem moderaten Rahmen: „Bei den Transaktionsgebühren habe ich mit der Bank ziemlich lange verhandelt“, sagt Josef Ziegler nicht ohne Stolz, denn er konnte erreichen, dass die Kosten pro Vorgang den einstelligen Centbereich nicht übersteigen.

Die Kartenleser werden von der Münchner Bank gegen eine „recht günstige“ Gebühr an die Bäckerei Ziegler vermietet.

Martin Ziegler ist mit den Geräten sehr zufrieden: „Die drahtlose Verbindung mit der Kasse hat sich als großer Vorteil herausgestellt.“

Dadurch, dass es kein Kabel oder eine feste Platzierung an einem „Kassenbaum“ gibt, kann der Leser hygienisch einwandfrei im hinteren Bereich des Verkaufsraums abgelegt werden. Die Verkäuferin hat ihn dennoch schnell zur Hand, wenn ein Kunde mit der Karte bezahlen will.

Kontaktloses Zahlen

liegt bei rund vier Prozent

Den Anteil der Bezahlvorgänge, die in ihren Verkaufsstellen mittlerweile kontaktlos abgewickelt werden, geben die beiden Geschäftsführer der Bäckerei Ziegler mit drei bis fünf Prozent an. „Das wird sich aber schnell ändern“, denkt Martin Ziegler, „insbesondere wenn die Handys und Kreditkarten dazukommen.“

Josef (links) und Martin Ziegler leiten den Betrieb.
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