Regional

Zukunftsfähig nur mit Weiterentwicklung

Rat aus der Innung Hof: Mit kompetenter Beratung der Billig-Konkurrenz trotzen


BayernHof (pf). „Es ist sehr erfreulich, dass im Koalitionsvertrag eine Steuerentlastung von Wirtschaft und Bürgern sowie eine mittelstandsfreundlichere Politik festgeschrieben wurde“, kommentierte Obermeister Harald Friedrich in der Versammlung der Bäckerinnung Hof. Er hofft, dass diese Ziele umgesetzt werden, denn das Bäckerhandwerk befinde sich in einer angespannten Lage.

Friedrich wies deshalb auf die Notwendigkeit einer effektiv arbeitenden Berufsorganisation mit starkem Landes- und Zentralverband hin. „Dies ist angesichts der Verordnungsflut der EU-Gesetzgebung immer wichtiger.“ Für ihn habe es sich gezeigt, dass die Arbeit der nationalen Parlamente durch den Gesetzgebungsprozess der EU praktisch entmachtet wurde. „Die Verbände haben es immer schwerer, ihre Interessen vorzutragen.“

Den Berufsnachwuchs in der Region bezeichnete Obermeister Friedrich sowohl von der Anzahl als auch von der Qualität der Auszubildenden als noch gut. „Andere Regionen Bayerns bekommen weniger Lehrlinge und wenn sie welche bekommen, dann hapert es oft an Motivation und Bildung.“ Sowohl die Branche als auch jeder einzelne Betrieb müsse sich attraktiv machen.

Konkurrenz durch Discounter

Mit Blick auf die Wettbewerbssituation im Bäckerhandwerk wies Harald Friedrich darauf hin, dass bei Lebensmittel-Discountern Backautomaten Einzug hielten. Andere Lebensmittelkonzerne würden kräftig in eigene Backbetriebe investieren und schon jetzt Verträge mit Bäckereien in ihren Vorkassenzonen kündigen. Wettbewerb komme auch von einem Fastfood-Anbieter, der eine neue Frühstücksoffensive starten will und verstärkt im Cafébereich investiert.

Der Obermeister riet seinen Kollegen deshalb, neben Top-Produkten vor allem auf Beratung und eine persönliche Bedienung zu setzen. „Denn nur wenn der Kunde mit einem guten Gefühl den Laden verlässt, kommt er auch wieder.“ Man müsse permanent in gute Weiterbildung speziell des Verkaufspersonals investieren.

Eine Zukunftsfähigkeit sieht Harald Friedrich dann, wenn sich der Betrieb ständig weiterentwickle und innovativ sei. „Man kann niemand überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt“, zitierte Friedrich den französischen Schauspieler Francois Truffaut. Vor allem Ideen und Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern sollten aufgegriffen und umgesetzt werden. „Nutzen Sie diese Quelle, die in jedem Betrieb vorhanden ist.“

Im Rahmen der Innungsversammlung musste auch eine Erhöhung des Grundbeitrages für Innungsmitglieder beschlossen werden. „Dies ist aufgrund der sinkenden Lohnsummen nötig“, argumentierte Obermeister Friedrich. Die Versammlung nahm den Vorschlag an. KHW-Meister Christian Herpich zeigte erste Aktionen auf, die in einer Imagekampagne für das Handwerk auch in der Region durchgeführt werden sollen.


Artikel vom 13.01.2010
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