Baden & Württemberg
Zukunft und Tradition gut im Einklang
Bäckerinnung Biberach feierte mit vielen Gästen das 125 jährige Jubiläum / Bäckerkegler schließen sich an

Franz Willmann, der Präsident des Deutschen Bäckerkeglerbundes, schloss sich mit seinem Verbandjubiläum an.
In der liebevoll geschmückte Halle mit dem besonderen Charme der Gründerzeit konnte Biberachs Obermeister Herbert Bader neben vielen Gästen auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Schulen und Verbänden begrüßen. Unter den Ehrengästen waren der Obermeister Biberachs, Thomas Fettback; Landesinnungsmeister Johannes Schultheiß, der Vizepräsidenten des Deutschen Bäckerhandwerks, Klaus Hottum; der LIM der Konditoren, Robert Widmann, sowie der Präsidenten des Deutschen Bäckerkeglerbundes, Franz Willmann. Dieser wurde mit seinen Jubiläumskeglern gerne zum gemeinsamen Jubeln aufgenommen. Besonders angenehm wurde die musikalische Umrahmung durch das Salon-Orchester der Bruno Frey Musikschule Biberach unter der Leitung von Klaus Pfalzer von den Gästen empfunden.
Mit seiner Jubiläums- Rückbesinnung spannte Obermeister Herbert Bader einen großen Bogen, der bis in das 12. Jahrhundert zurückreichte. Die stetig wachsende Bedeutung der Biberacher Handwerker führte 1374 zur Einrichtung von Zünften. 1485 kam es zu einer neuen Zunftordnung, die weit in das 19 Jahrhundert hinein Gültigkeit hatte.
1878 glaubten die Bäcker, es sei nicht mehr nötig, einer eigenen Organisation anzugehören. Doch schon zwei Jahre später – 1880 – revidierte man den Entschluss mit der Gründung einer Innung und einem gemeinsamen Hefe-Einkauf. Julius Keim war der erste Obermeister.
Mit besonderer Freude konnte OM Bader auch seinen Vorgänger, Gustav Keim unter den Festgästen begrüßen, welcher der Urenkel des Innungsgründers ist. Seit diesen 125 Jahren floss viel Wasser die Riß hinunter. Sicher ist heute nicht mehr nachvollziehbar, dass bei Innungsversammlungen, um 1900 herum, unentschuldigte Innungsmitglieder 50 Pfennig und zu spät kommende 20 Pfennig Strafe zu zahlen hatten. Auch in den schwierigen Zeiten der beiden Weltkriege waren die Bäcker gefordert. Mit der Gründung der Einkaufsgenossenschaft 1921 und deren Fusion 1971 mit der Bäko Ravensburg passte man sich den Anforderungen der Zeit an.
„Wenn die Innung Biberach heute noch 40 Mitgliedsbetriebe zählt, so zeigt dies zwar einen Rückgang von 45 Betrieben seit dem 100 jährigen Jubiläum 1980, es zeigt aber auch die starke Dynamik der vergangenen Jahre, welche noch anhält. Rechnet man die Zunftzeit mit ein, so sind die Bäcker seit 629 Jahren organisiert. Dieser Rückblick zeigt zum einen die Beständigkeit und andererseits die Fähigkeit, sich in der jeweiligen Zeit mit neuen Strukturen anzupassen, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten“, zog Herbert Bader sein Resümee.
Die Liste der Gratulanten und deren guten Wünsche war dem Jubiläum durchaus angemessen. Landesinnungsmeister Johannes Schultheiß, der auch die Glückwünsche der Bäko überbrachte, lobte das solidarische Verhalten der Innung über die vielen Jahre, welches auch eine hohe soziale Verantwortung widerspiegle. Auch für die Ausrichtung des Verbandstages sprach Schultheiß seinen Dank aus. Als Geschenk brachte er nicht nur das neueste Buch des Brotmuseums Ulm „Brot und Kunst“ mit, sondern er bot allen Innungsmitgliedern einen freien Kurs in der BFS Stuttgart an. Biberachs OB Thomas Fettback, konnte den Festgästen nicht nur eine Stadt mit Vergangenheit, sondern auch mit Zukunft und einem gesunden Haushalt vorstellen. Er brach auch eine Lanze für die Bäcker, die täglich als Nahversorger erheblich zur Lebensqualität der Bürger ihren Beitrag leisteten. Seinem Feuerwehrkommandanten, Obermeister Bader, brachte er als Geschenk die kostenfreie Überlassung der Gigelberghalle mit.
Nach dem Motto von Karl Valentin, „es sei alles schon gesagt, nur nicht von jedem“, würdigte Kreishandwerksmeister Karl Daiber die stolze Geschichte der Bäckerinnung Biberach. Klaus Hottum überbrachte als Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks seine Glückwünsche. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch die Zukunft durch flexible Strategien gut gestaltet werden kann. Franz Willmann, der Präsident des Deutschen Bäckerkeglerbundes, der mit seinem 50 jährigen Verbandsjubiläum die günstige Gelegenheit zur gemeinsamen Feier nutzte, bedankte sich für die Gastfreundschaft und wünschte der Innung eine gute Zukunft.
Manfred Hepperle, das oberschwäbische Maulart-Original brachte mit seinem speziellen Humor als Feuerwehrmann die Gäste zum Schmunzeln.
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