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Niedersachsen-BremenSalzgitter (lem). Nach der offiziellen Jahresversammlung der Bäcker-Innung Salzgitter erfolgte das „Einschreiben“ von sechs Jungen und einem Mädchen als Bäckerlehrlinge sowie acht Auszubildende für den Beruf der Fachverkäuferinnen. Dabei ging der als Gast anwesende neue Kreishandwerksmeister Herbert Lindhofer auf die Bedeutung und die Tradition des „Einschreibens“ ein, was er als wichtig für die Entscheidung der Berufsanfänger bezeichnete. Er nannte die Berufswahl als gute Zukunft.

.Zur Jahresversammlung hatte Obermeister Henning Rühmann Vertreter der Versicherungen, Studiendirektorin Brigitte Kalisch-Menken von der Berufsbildenden schule, Ehrenobermeister Peter Tomandl und Kreishandwerksmeister Herbert Lindhofer begrüßt, der sich nach seiner Wahl bei den einzelnen Innungen vorstellt. Er erklärte, dass es auch in diesem Jahr eine Bildungsmesse gibt, die allerdings nicht im Zelt, sondern in der Kulturscheune der Stadt stattfindet und vom Handwerk gestaltet wird, da die Industrie am 16. und 17. Juni einen „Tag der Technik“ ausrichten will, wobei auch das Handwerk dabei sein wird. Als neues Mitglied wurde Markus Benischowski genannt, der den Betrieb seines Vaters übernommen hat.

Nach der Verlesung des Protokolls erinnerte Schriftführer Horst Benischowski an die Jahresversammlung vor 30 Jahren mit der Gratulation an H. Gerold als Vertreter der Berufbildenden Schule zu seiner Silberhochzeit und zur Beförderung zum Studiendirektor. Der damalige Geschäftsführer Lothar Nowatius habe bei der Vorlage der Jahresrechnung und des Haushaltsplanes von der Planung eines Rücklagefonds über 9000 Mark gesprochen. Es solle an einem Umzug in Salzgitter-Bad mit der Innungsfahne teilgenommen werden und künftig sollte bei Abschlussprüfungen in der Berufskleidung zu erscheinen sein.

Obermeister Rühmann bezeichnet die stattgefundene Aktion „Zeitungsbrot“ mit Plakat und Banderole als großen Verkaufseffekt. Sie war in dieser Form in der Region einzig. Das „Zeitungsbrot“ wurde mit zehn gekeimten verschiedenen Körnern gebacken. Rühmann bezeichnete die Brote von hohem Gesundheitswert. Beim Kauf einer Tageszeitung gab es für das Brot einen Rabatt.

Lehrlingswart Peter Scholz erwähnte bei den Gesellenprüfungen, dass von drei auszubildenden Bäckern einer nicht bestand. Bei den zehn Fachverkäuferinnen habe es bessere Ergebnisse gegeben. Verkäuferinnen und Bäcker hatten in der Theorie Schwierigkeiten beim Lesen der Aufgaben, doch gab es bessere Leistungen in der Praxis. Allgemein hieß durch die Pädagogin und Geschäftsführung, die Aufgaben seien, vor allem bei längeren Texten, schlecht zu lesen gewesen, obwohl in der Schule auch bei anderen Innungen die Texte besprochen werden. Studiendirektorin Kalisch-Menken meinte als Grund für das schlechtere und schwierige Lesen die Gesellschaft lese nicht mehr so intensiv wie früher. Mit vielen Abkürzungen könnten die Schüler nichts anzufangen.

Geschäftsführer Uwe Zinkler zeigte einen Film über eine Untersuchung, wie das Handwerk in der Öffentlichkeit besser zur Geltung zu stellen sei und wie es wahrgenommen werde. Das Image sei nur zehn Prozent der Bevölkerung bekannt, bei den 14- und 15jährigrn spiele es kaum eine Rolle, man wisse mehr über die zahlreichen Kochsendungen in TV-Abendsendungen. Es sei zu wenig, wenn jeder fünfte Jugendliche eine Handwerklehre beginne und sich einer Handwerkausbildung nicht bewusst sei. Es müsse der Bildungscharakter verändert werden und die Jugendlicher müssten neugieriger auf Handwerksberufe werden. Es gelte einen neuen Ton zu finden. “Willst du etwas Sinnvolles tun, dann komme zum Handwerk“, müsse es heißen. Eine entsprechende Werbekampagne soll 2010 mit Werbung für das Handwerk umgesetzt werden.

Uwe Zinkler erklärte, im Handwerk sei im Bereich der Kreishandwerkerschaft Salzgitter im vergangenen Jahr die Position mit Meisterbriefforderung um drei Betriebe auf 797 gesunken. Bei den Betrieben ohne Meisterbrief war der Rückgang um 17 auf 143, während sich die Zahl der allgemeinen Betriebe auf 142 erhöhte. Bei den Lehrverträgen war ein Rückgang gegenüber die Vorjahr um 13 zu verzeichnen.

Zinkler ging auch auf den Zusammenschluss der Handwerkskammern Braunschweig und Lüneburg/Stade ein, wobei bei Lüneburg/Stade zusätzlich zu den Beiträgen ein Sonderposten für Gewerbeförderung bei der Ausbildung besteht. Wenn diese Beträge auch künftig für den Bereich der bisherigen Kammer Braunschweig erhoben werden sollen, wird der Beitrag für die nicht auszubildenden Betriebe ab 2010 teurer. Das sind immerhin zwei Drittel der Mitgliedsbetriebe.

Zinkler stellte die Jahresrechnung 2008 vor, die mit einem Überschuss abschließt. Schwarze Zahlen gab es auch im Prüfungsbereich. Für den Haushalt 2009 soll der Grundbeitrag bleiben. Einnahmen und Ausgaben sollen ausgeglichen sein.

Der freie Versicherungsmakler Thomas Bräse referierte über die Optimierung von Versicherungsverträgen, besonders bei der Altersversorgung und der Rentenberechnung ohne Steuerbelastungen. Er sprach über die Entwicklung des Rentenniveaus und betonte, Versorgungsaufwand sei notwendig.

Anschließend wurden die Innungsmitglieder, Gäste und die „eingeschriebenen“ Jugendlichen zu einem warmen Abendessen eingeladen.


Artikel vom 24.03.2009
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